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{GALERIE} B.BooneDer Snowkiter Fabio Ingrosso im Interview

Ist er nun Kiter oder Drachenflieger? Wenn man sich die Bilder unserer Story anschaut, kann man das nicht eindeutig sagen. Auf jeden Fall aber zählt Fabio Ingrosso zu den besten Snowkitern der Welt und reizt sein Können grundsätzlich bis zum Anschlag aus.

FM: Du bist in der Kiteszene, im Speziellen beim Snowkiten, sehr bekannt. Ist es das, was du wolltest, oder hattest du {GALERIE} B.Boonedein Leben eigentlich ganz anders geplant?
FI: Als ich noch klein war, so um die 20 Jahre herum, drehte sich mein Leben um ganz andere Dinge als ums Kitesurfen. Ich war eher der solide, spießige Typ und dachte eine gute Arbeit, ein großes Haus, ein tolles Auto und eine hübsche Frau wären das Wichtigste im Leben. Tja, und dann kam das Kiten und alle meine guten Vorsätze waren dahin. Zum Glück!

{GALERIE} B.BooneFM: Na, das nenne ich konsequent! Welche Charaktereigenschaften bringst du sonst noch an den Start?
FI: Ich bin sehr leidenschaftlich und ehrgeizig. Das, in Kombination mit meiner Liebe zum Sport, hat mich wohl dahin gebracht, wo ich heute bin.

FM: Im Januar wirst du deine eigene Snowkiteschule in Frankreich, {GALERIE} B.Boonedirekt an der Schweizer Grenze, eröffnen. Seit wann trägst du dich mit dem Gedanken, in diesem Bereich tätig zu werden?
FI: Seit ich in Genf lebe, sehe ich jeden Winter diesen verschneiten Bergkamm. Vor vier Jahren entschied ich mich, zusammen mit einem Freund Stéphane diesen Spot zu erkunden, der so nah und so groß ist! Bingo! Was erlebten wir für einen {GALERIE} B.Boonegrandiosen Tag! Seit diesem Tag hatte ich die Idee, genau dort eine Schule zu eröffnen. Von da an ging es an die Vorbereitungen. Ich wollte erst einmal so viel Erfahrungen wie möglich sammeln und nahm an möglichst vielen Wettkämpfen teil. Diesen Winter werde ich nun zum ersten Mal meine Leidenschaft an meine Kunden vermitteln.

FM: Du hast einen italienischen Namen, deine Familie lebt in der Schweiz und deine Schule ist in Frankreich. Bist du Kosmopolit?
FI: Ich bin ein Erdenbewohner und das {GALERIE} B.BooneKiten diktiert mir die Richtung.

FM: Das hast du aber schön gesagt! Ich weine gleich … Wo würdest du am liebsten leben?
FI: In einem Land, in dem es sechs Monate im Jahr Schnee in Kombination mit {GALERIE} B.BooneWind und Sonne gibt. In den anderen sechs Monaten ist es schön warm, es gibt einen Spot mit einer perfekten Welle und obendrein noch eine schöne Lagune. Wenn es jemanden unter euch gibt, der so einen Ort kennt, wäre ich euch für den Tipp dankbar!

FM: Ich würde mal sagen, Kiel trifft deine Beschreibung wirklich gut … {GALERIE} B.BooneDie Sprünge, die ihr im Schnee macht, sind nicht mit denen auf dem Wasser zu vergleichen. Ich spreche hier weniger von denen beim Wettkampf. Beim Freeriden fliegt ihr eher, als dass ihr fahrt! Das ist wirklich beeindruckend und wenn ich mir die Bilder so angucke, ruft das stille {GALERIE} B.BooneÖrtchen, denn wenn du mal fällst, kann das gut und gerne 30 Meter abwärts gehen! Ist das der ultimative Kick für dich, so hoch zu springen?
FI: Für mich hat Snowkiten viele Aspekte. Es vereint die Freiheit des Gleitens auf weiten Flächen oder hügeligen Landschaften über Stunden, ohne anhalten zu müssen. Aber man hat auch die Möglichkeit, enorme Steigungen zu bewältigen und Höhe in Rekordgeschwindigkeit abzureißen. Das nenne ich Freeriden total! Entweder faltest du deinen Kite dann zusammen, verstaust ihn auf dem Rücken und ziehst ein paar Lines in den Powder oder du fährst mit dem Kite runter und fliegst einfach mindestens die Hälfte der Strecke. Je nachdem, wie die Bedingungen sind. Gut, die letzte Variante ist den Pros vorbehalten ist. Schließlich hängt das Leben an nur wenigen Fäden …

FM: Mit deinem Sponsor hast du gemeinsam einen Snowkite entwickelt, der nun auch noch deinen Namen trägt. Das ist schon dicke Hose, oder?
FI: Schlecht ist das nicht! Denn obendrein bin ich, soweit ich weiß, der einzige Kiter, der einen Schirm mit seinem eigenen Namen hat. Das ist schon wirklich cool! Was ich jedoch vor allem möchte, ist den Sport allen zugänglich zu machen. Das geht am besten mit einem leistungsfähigen, qualitativ hochwertigen und sicheren Kite. Snowkiten geht meiner Meinung nach ähnliche Wege wie das Kiten auf dem Wasser. Es ist ein großes, offenes Buch. Es liegt an uns, die Geschichte zu schreiben …

FM: Apropos Schreiben: Was schreibt der Arzt eigentlich immer so in deine Krankenakte? Erinnerst du dich an all deine Verletzungen?
FI: In der Regel hatte ich sehr oft viel Glück in meiner Karriere. Ich war zwar einige Male nahe der Bewusstlosigkeit, aber dabei habe ich mich nie ernsthaft verletzt. Ein, zwei kleinere Verletzungen hatte ich aber auch. Zum Beispiel 2004 in Obertauern (ISKA WM) habe ich mir die linke Schulter ausgekugelt und nur unter krassen Pain-Killern weiterfahren können. Ich wurde Zweiter. Und diesen Sommer habe ich bei einem Sturz einen harten Schlag auf die andere Schulter bekommen. Ich landete auf dem OP-Tisch. Vier Monate ohne Kitesurfen aber mit intensiver Reha jeden Tag. Das schockt mal gar nicht, aber ich wollte diesen Winter unbedingt wieder fit sein!

FM: Was sagt deine Familie zu deinen Verletzungen? Hat sie nicht regelmäßig Angst um dich, wenn du das Haus verlässt?
FI: Ganz so schlimm ist es noch nicht! Kiten ist auch nicht mehr das Wichtigste in meinem Leben! Vor zwei Jahren hätte ich das zwar noch felsenfest behauptet, aber mittlerweile ist es ganz eindeutig meine Familie, die an erster Stelle kommt. Ohne ihren Rückhalt würde ich das Haus gar nicht erst verlassen. Kitesurfen ist und bleibt für mich ein sehr vielseitiger Sport, der es mir erlaubt, dem Alltag zu entkommen und mich frei zu fühlen. Es ist schon wahr, dass ich oft weit weg von zu Hause bin. Seit ich Papa geworden bin, habe ich aber die Dauer meiner Trips deutlich verkürzt. So kann ich meine Leben als Familienvater und Kite-Pro miteinander vereinbaren. Das Leben als Pro ist nicht immer einfach. Ich verbringe lange Zeit alleine in meinem Bus, ohne meine Familie. Aber ich bin nie wirklich einsam. Kitesurfen ist ein individueller Sport, der in der Gruppe stattfindet.

FM: Würdest du sagen, dass sich Snowkiten und Kiten auf dem Wasser ähnlich entwickelt?
FI: Im Moment sieht es so aus. Leider ist es noch so, dass sehr viel Aufmerksamkeit dem Wasser gilt und weniger dem Schnee. Ich hoffe, dass Snowkiten bald mehr Gewicht bekommt, damit wir genügend Mittel haben, um dem Sport eine dynamische Aufwärtsentwicklung zu ermöglichen. Um Testcenter und Schulen zu eröffnen, die den Sport pushen. Mein Traum ist es, auf dem Schnee ein ähnliches Konzept zu entwickeln wie das North Young Blood Camp. Daraus würde ein Snowkite-Team entstehen, das so richtig abgeht!

FM: Welchen wiederkehrenden Satz kannst du nicht mehr hören?
FI: „Hast du schon gesehen? Heute gibt’s keinen Wind.“

1 Kommentar »

  1. Also der Fabio ist ja mit Abstand der schrägste Typ überhaupt … Echter Respekt vor seiner Leistung und der Höhe. Einfach zu beneiden.

    hang loose, mario

    Kommentar von Mario — 17. August 2007 @ 09:48

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