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“LBF” die Siebte

{GALERIE} 1_2__LBF_Bent_by_Frank_K.jpgHätte mich im April jemand gefragt, was ich im August machen würde, so wäre meine Antwort mit ziemlicher Sicherheit gewesen: „Kein Plan!“ Aber hätte dieser jemand gefragt – „Was machst du Anfang September?“ – so würden bei mir die Signalglocken läuten. Dieses Datum ist über Jahre hinweg in meinem Kalender geblockt, denn zu dieser {GALERIE} 3_4_.jpgZeit findet in Kampen, Sylt, das Longboard Festival statt. Ursprünglich als Saisonabschluss-Contest für die Rettungsschwimmer ins Leben gerufen, ist dieser Event über die letzten sieben Jahre so stark gewachsen, dass jeder, der einen der begehrten Startplätze ergattert, es sich drei Mal überlegt, diesen {GALERIE} 4_lbf_jens_krause_by_bb.jpgaufgrund von Nichterscheinen für die kommenden Jahre aufs Spiel zu setzen. So kommt es, dass dieser Termin nicht nur für mich, die Sylter bzw. die norddeutsche, sondern für die gesamte Longboardgemeinde ein fester Bestandteil der Jahresplanung ist. Über hundert{GALERIE} 4_lbf_sven_markus_locke_tom.jpg Anmeldungen hatten die Mädels und Jungs um Veranstalter Sven Behrens von der Buhne 16 im Vorfeld entgegengenommen. So waren die Erwartungen an die bevorstehenden Tage groß.

{GALERIE} 5_6_lbf_brian_by_lars.jpgZum Skippersmeeting schaffte ich es leider nicht (ich muss noch ab und zu arbeiten), aber ein Anruf an der Buhne entschuldigte mich: „Hey, kein Problem! Schön, wenn du kommst. Die Wellen sollen ohnehin erst Freitag besser werden. Im Moment ist noch zu viel Wind drauf.“ Diese Info checkte ich gleich noch mal an meinem Rechner. Und tatsächlich: 6-7 Bft aus Nord-West, {GALERIE} 6_lbf_kai_krueger_by_bb.jpgin Böen sogar noch mehr. Jeder, der einmal auf Sylt im Wasser war, mit welchem Spielzeug auch immer, kann sich gut vorstellen, was das bedeutete.

{GALERIE} 6_sven_by_michael_mach02.jpgDonnerstagmorgen: Es regnete, nein, es pisste wie aus Eimern und mein Wagen fuhr grad mal 90 km/h. Ein sicheres Indiz dafür, dass wir tatsächlich Nord-West hatten, gefühlte 8 Bft. Und der Regen hörte nicht auf. Erst auf dem Autozug entdeckte ich vereinzelt Löcher in der schnell rasenden Wolkendecke. {GALERIE} 6_lbf_tom_knuth_by_michael_.jpgJa, ich weiß, ihr könnt es nicht hören, aber es ist so: Auf der Insel schien die Sonne!
Ich fuhr gleich zur Buhne, denn offiziell liefen seit Sonnenaufgang die Heats. Aber ich hatte eine gute Entschuldigung: Mein Sonnenaufgang war ja erst vor fünf Minuten. Auf dem Parkplatz zur Buhne traf ich die ersten „alten Bekannten“. {GALERIE} 2_lbf_bb.jpgDas riesige, schwarze Mobil von Ditten und auch die meisten anderen Vehikel sieht man sonst an den Spots im Norden. Jetzt hieß es, schnell die Boardbag packen und an alles denken – bloß nicht wegen vergessenem Wax oder einer Finnenschraube den langen Weg wieder zurück müssen. Es sah aus wie erwartet: starke Strömung Richtung Süden und verblasene Schaumkronen auf den kopfhohen Wellen – nicht gerade einladend. Ein Blick auf die Heat-Tafel und ich war sofort hellwach. Ich sollte in 15 Minuten starten, mit mir unter anderem Markus Mager.

Schon das Rauspaddeln war kein Spaß. Von den vier Teilnehmern meines Heats sah ich in den nächsten 20 Minuten nur Mager, von ihm dafür aber mehr als genug. Ich war froh, als die Fahne runterging und ich am Strand hörte, dass ich weiter war. Ich dachte mir: „Soll erfüllt – was jetzt kommt, ist Bonus.“

Der nächste Tag zeigte unveränderte Bedingungen, nur das Niveau der Fahrer stieg zunehmend. So schwankten meine Gefühle zwischen Resignation und Motivation, als ich während eines Schauers eine wärmende Stärkung zu mir nahm und dabei meinen Namen zwischen dem von Jens Volquarzen und den anderen Sylter Young Guns auf der Heat-Tafel entdeckte. Das Rauspaddeln war an diesem Tag noch krasser als am Vortag. Während ich mich nach draußen kämpfte, kam mir schon der erste Mitstreiter, auf der Nase stehend, entgegen. Endlich draußen schossen mir Gedanken in den Kopf wie: „Nur eine richtig dicke Welle“, „naja, dann halt im nächsten Jahr“ oder „wie soll ich mit so schmerzenden Schultern bloß eine Welle anpaddeln.“

Ich war raus – zu Recht! Na ja, wenigstens könnte ich an den folgenden Tagen, wenn die Wellen schön würden, surfen wo und wann ich will. Am Abend stand noch ein weiteres Highlight auf dem Programm: Kinoabend. Vor den beiden Filmen, von denen Sven einen in den siebziger Jahren einem tauben LSD-Junky abgeschnackt hatte, verkürzte uns Brian die Wartezeit mit den Fotos, die er in den letzten zwei Tagen an der Buhne geschossen hatte. Es wurde geraunt, gelacht, getrunken und später wieder reihenweise gepennt.

Tag 3. Laut Wettervorhersage sollte der Wind auf Ost drehen, doch der Blick aus der Hecktür meines Wagens verriet – immer noch Nord-West, zwar nicht mehr so stark, aber eben doch onshore. Dennoch standen die Entscheidungen an: Ladys, Groms, Herren und Senioren. Es gab nicht allzu viele Überraschungen unter den Namen der Finalisten, aber dafür viele sehenswerte Finals. Mit Angelos Drop-Knee Turns, sensationellen Noserides und nicht zuletzt mit dem Unterarmstand von Tom.

Die Sieger und natürlich auch alle anderen wurden am Abend geehrt. Nach einem gemeinsamen Essen und entspannter Live-Musik wurden an die Teilnehmer kleine und größere Anerkennungen von den inzwischen zahlreichen Sponsoren verteilt.

Fazit: Eine sehr gelungene Veranstaltung und so wird auch im nächsten Jahr die erste Septemberwoche für das 8. Sylter Longboard Festival an der Buhne 16 geblockt sein. Danke, Sven!

Free-Magazin Ausgabe 28 | Text Christian Schulze | Fotos siehe Magazin

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