„Ich habe immer daran geglaubt, dass man aus den Chancen, die man im Leben bekommt, das Beste machen müsse – also tut, was euch am glücklichsten macht!“, sagte eine grinsende Cindy Mosey, als sie die 24 weiblichen Kiterinnen begrüßte, die sich am Strand auf Fidschi um sie herum gescharrt hatten. Die Gruppe Mädels hatte sich an diesem abgelegenen Flecken Erde für die „Cindy Mosey Odyssey“ getroffen – ein All-Girl-Kitesurfing-Abenteuer, bei dem es eine ganze Woche lang nur um Freundschaften, Spaß und Lernen gehen sollte. Die Idee für ein solches Camp war während eines Contests in Österreich aufgekommen, als es mal wieder die Herren waren, die das dicke Preisgeld und das Medien-Coverage absahnten, während die Damenwelt wie so oft in die Röhre gucken musste. „Wir haben uns da schon sehr drüber aufgeregt“, sagte Cindy. „Über ein Jahr lang habe ich darüber geredet, ein Event nur für Frauen zu machen, wo die Girls das gesamte Coverage der Medien bekommen und dazu noch ein hübsches ![]()
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Sümmchen Preisgeld erhalten würden. Schließlich läuft es ja nur so: Je mehr Mädels man beim Kiten sieht, desto mehr Mädels fangen mit dem Sport auch an.“ Für Cindy war die perfekte Location nicht irgendein super Kitesurfspot. Sie wollte, dass der Event nicht nur für die Girls, sondern auch für die Gastgeber unvergesslich werden würde. So entschied sie sich für Kadavu,
eine kleine Inselgruppe vor der Küste von Fidschis größter Insel Viti Levu. Auf Kadavu leben 12.000 Menschen in traditionellen Behausungen und Dörfern. Es gibt keine Straßen; Touristen besuchen nur selten die Insel. Jeder Weg wird mit dem Boot bestritten und lädt zu einer kleinen Reise durch blaue Lagunen vorbei an steilen Klippen und bergigem Gelände ein. Der Besuch von Kadavu
gleicht einer Zeitreise. Der Name bedeutet eigentlich „Essen, dann Schlafen“, aber die Locals kennen Kadavu unter New Zealand-a-lei-lei oder auch Little New Zealand, da es hinsichtlich der Vegetation dem großen Neuseeland sehr ähnelt – auch mit dem Wind. Das Tourismusbüro von Fidschi war sofort Feuer und Flamme, als es von dem Event hörte, und half bei der Suche nach unberührten
Kitespots. Schon bald sprang auch die Regierung mit auf den Plan und bot sich als Sponsor an.
Los geht’s!
Als die Maschinen der kleinen Chartermaschinen von Sun Air losbrummten, hörte man Freudenschreie aus den vielen Mündern der Mädels. Der Zubringer hatte drei Maschinen zugesagt, stattdessen schickten sie uns fünf – zwei fürs Material und
eine weitere für die amtierende Weltmeisterin Kristin Boese, die ihren Anschlussflug in Sydney verpasst hatte. Nachdem die Maschinen gelandet waren, wurde die Gruppe in die Fidschi-typischen Langboote gesetzt und zum Kenia Resort hinübergefahren. Knapp eine Stunde dauerte diese Bootsfahrt; während dieser Zeit tauchten nur wenige Siedlungen auf. Langsam sackten die Eindrücke
in die Gemüter. „Oh mein Gott“ entfuhr es einer fassungslosen Laurel Eastman, als sie das Kenia Resort erblickte. Der Besitzer des Resorts hatte eine exakte Liste von Cindy abarbeiten müssen, mit den Dingen, die vorhanden beziehungsweise absolut nicht vorhanden sein durften (so etwas wie zum Beispiel Hundescheiße). Und so wurde aus dem verlassenen Resort eine wunderschöne
Anlage mit einer neuen Lounge, Beachfront-Hütten und einer extra Lounge nur für die traditionelle Kava-Zeremonie. Die Bewohner kamen am Abend aus ganz Kadavu, um die Girls und die Event-Crew mit einem Blumenkranz und einer Schale Kava zu begrüßen.
Das Leben der Bewohner auf Fidschi dreht sich seit Jahrtausenden um das
Getränk Kava, das aus den Wurzeln des Kava-Baumes gemacht wird. Indem sie das Getränk zu sich nehmen, gedenken sie der Toten oder besprechen Dinge des dörflichen Lebens. Oder aber sie begrüßen und verabschieden ihre Besucher. Die Älteren segneten Cindy und die Mädels ganz schüchtern und wünschten ihnen einen windigen Aufenthalt. Nach einer Nacht voll Kava und Tanz schliefen die
Kiterinnen selig in ihren Betten, während im Hintergrund die Gitarrenklänge in den Palmen wogen.
Am Morgen wachten die Mädels bei beständigen 20 Knoten Wind auf. Sofort machten sich alle auf den Weg nach Nagara Pt, wo sich türkisblaue Lagunen vor unseren Augen erstreckten. Die Mädels sammelten sich für ein Sicherheits-Briefing am
Strand, das von der Engländerin Andreya Wharry durchgeführt wurde. Eine Scheibe Papaya und eine herrlich scharfe Kokosnuss-Suppe kamen als Mittagessen gerade recht. Nun konnten die Girls sich in Gruppen darüber coachen lassen, wie man springt, rotiert oder unhooked Manöver fährt. PKRA Nummer Drei, Anja Grzelinska, fand sich mit der Engländerin Sue Greatrex zusammen, um an ihren Raleys zu arbeiten: „Anfangs hatte ich schiss vor Anja, weil sie so hart ist und anscheinend keinen Schmerz kennt. Aber sie hat mir alles sehr gut erklärt und jetzt habe ich die ersten Versuche auch schon gemacht und freue mich riesig.“
Die Versuche wurden von einer Hand voll Inselbewohnern beobachtet, die am Himmel Fallschirme gesehen hatten und der Sache auf den Grund gehen wollten. Bald darauf kamen auch schon die ersten Jungs aus dem Dorf, die gerne eine Unterrichtsstunde bekommen wollten. Doch wie sich herausstellen sollte, mussten sie noch eine Weile warten … Über Nacht war nämlich der Wind verschwunden, was für die Damen eine super Gelegenheit war, die Unterwasserwelt der Insel genauer zu erkunden.
Am nächsten Morgen blies es fast die Palmen um, als das Kenia Resort von 50 Knoten Wind unter Beschuss genommen wurde. Alle Girls sorgten für ein ordentliches Frühstück mit Müsli und frischem Obst – schließlich sollte es ein anstrengender Tag auf dem Wasser werden. Bei heulendem Wind erklärte Cindy noch einmal die Sicherheitsbestimmungen, dann ging es los mit einer Freestyle-Competition für die Profikiter. „Es war ziemlich starker Wind und eigentlich hatte ich nicht so richtig Lust auf einen Wettkampf, aber die Mädels am Strand feuerten uns mächtig an und das war schon ziemlich toll“, sagte Kristin Boese später. Kristin wurde auch gleich Erste, Anja Grzelinska Zweite und Petra Groeschl Dritte. Der geplante Besuch der Nachbarinsel Waisomo musste aufgrund des starken Windes gecancelled werden.
Am kommenden Morgen wachten die Ladies erneut durch das Heulen des Windes auf, der die Palmen schüttelte. Man packte seine Sachen, um ein Team-Race downwind von Jo’s Place nach Nagara Pt zu veranstalten. Die „social division“, also die Girls, die keine Profikiter sind, machten sich auf, ihren ersten Wettkampf auszutragen, was für viele Girls ein echter Spaß war. Jeder, der Hilfe brauchte, konnte sich vertrauensvoll an Cindy oder Kristin wenden, die bereits Top-Fahrer sind, aber keine Scheu haben, den Anfängerinnen zu helfen.
Nach dem Mittag sollte es endlich nach Waisomo gehen – schließlich warteten dort Schulkinder mit einer extra einstudierten Aufführung auf die Mädels. In der traditionellen Kleidung sangen und tanzten die Kinder vor ihren Gästen.
Es war schwer nach so einer Woche allen Beteiligten Lebewohl zu sagen und der traditionelle Abschiedsgesang der Angestellten des Resorts machte dies auch nicht leichter. Jedes Mädel hatte für sich einen langen Weg zurückgelegt, um nach Kadavu zu kommen. Manche waren bis zu 30 Stunden mit dem Flugzeug unterwegs gewesen. Und dennoch hatte sich das alles gelohnt. Cindys Traum, ein „All-Girls-Kite-Adventure“ zu machen, war ein voller Erfolg. „Ihr wart es, die dieses Event so unvergleichlich gemacht habt!“, sagte Cindy während der Preisverleihung „ihren“ Mädels, bei der jede mit einem neuen Kite oder Board von North Kiteboarding vom Podest stieg. „Es gab keine heißen Duschen, keinen großen Pool oder schicke Hotelräume. Ich wollte euch einen Sinn für das Abenteuer geben. So viele Freundschaften sind in dieser Woche entstanden und wir sind zu einer großen Familie geworden. Das war es, was ich erreichen wollte.“
Für weitere Informationen über die Fidschis gehe auf die folgenden Webseiten: Air Pacific (www.airpacific.com), Touristeninformation (www.bulaFidschi.com), Sun Air (www.sunair.to).





Danke…für diese traumhafte Story und dieses unvergessliche “Erlebnis” es zu lesen =) Schaue mir gerade die neue North Promo DVD 2007 an. Auf der DVD ist das “All-Girls-Kite-Adventure” zu bestaunen. Wow! Die Mädels sind super drauf! Tolles Event! Danke, Danke, Danke!!!
Kommentar von Svelte-Anita — 15. Mai 2007 @ 19:10
sehr netter Bericht - total geil
da möcht ich auch ma kiten (;
gruß eE_ddde
Kommentar von ede — 1. November 2007 @ 21:57