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Haie - Vorurteile

Dr. Erich Ritter
Wissenschaftlicher Leiter Sharkproject e. V.
Chief Scientiest GSAF (Global Shark Attack File), Princeton/USA
„Wer Angst vor einem Tier hat, wird in dessen Verhalten immer das Bedrohliche erkennen!”, so formulierte es Bertrand Russell, ein englischer Nobelpreisträger. Kein Wunder also, dass sich rings um den Angstfaktor Hai eine Fülle von abenteuerlichen „Wahrheiten“ und Vorurteilen gebildet hat. Erst jüngste Forschungen zeigen ein neues Bild des Hais, weitab von seinem falschen Killerimage.

Vorurteil Nr.1
Haie sind gefährliche Menschenfresser.
Die Fakten: Weltweit gibt es jährlich nur zwischen 60 und 100 so genannte Haiunfälle. Die wenigsten enden blutig, nur fünf bis zehn tödlich. Eine Zahl, die bei der geschätzten Menge von 20 Milliarden Wassersportvorgängen jährlich eine Wahrscheinlichkeit von 1:200 Millionen in sich birgt. Im Vergleich: Ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl liegt dagegen schon bei 1:30 Millionen, die Gefahr von einem Blitz erschlagen zu werden bei nur 1:1,2 Millionen.

Vorurteil Nr. 2
Haie riechen Menschenblut meilenweit.
Die Fakten: Haie können kein Menschenblut riechen bzw. erkennen. Wir waren nicht Teil ihrer Evolution und gehörten nie in ihr Nahrungsspektrum. Experimente mit Blutkonserven ergaben, dass Haie auf menschliches Blut nicht reagieren.

Vorurteil Nr. 3
Haie sind dumm.
Die Fakten: Das Verhältnis des Hirngewichts von Haien zu ihrem Körpergewicht entspricht dem von Kleinsäugern wie zum Beispiel einer Ratte. Wie die als intelligent geltenden Ratten haben Haie auch ein Kurz- und Langzeitgedächtnis und können lernen.

Vorurteil Nr. 4
Haie jagen nur nachts.
Die Fakten: Haie fressen und jagen, wann immer sich Gelegenheit bietet.

Vorurteil Nr. 5
Im Mittelmeer gibt es keine Haie.
Die Fakten: Haie gibt es in allen Weltmeeren. Im Mittelmeer gibt es Weiße Haie, Tigerhaie und Hammerhaie. Es wird vermutet, dass sich im Mittelmeer die weltweit größten Bestände des Weißen Hais halten.

Vorurteil Nr. 6
Haie sind Fische.
Die Fakten: Obwohl Haie oft als „Haifische“ bezeichnet werden oder der Walhai als größter Fisch genannt wird, sind sie nicht mit den eigentlichen Fischen verwandt. Haie gehören in die Klasse der Knorpelfische.

Vorurteil Nr. 7
Glitzernde Gegenstände wie Ketten reizen Haie zum Angriff.
Die Fakten: Obwohl funkelnde Gegenstände zum Beispiel auf Barrakudas eine anziehende Wirkung haben sollen, konnte eine Anziehung von Haien nicht nachgewiesen werden.

Vorurteil Nr. 8
Haie sind aggressiv.
Die Fakten: Haie sind in den meisten Fällen sehr vorsichtig und zurückhaltend. Nur außergewöhnliche Umstände bzw. Irritationen ihrer Sinne wie zum Beispiel schlechte Sicht, Geräusche, Futter im Wasser o. Ä. bringen sie dazu, sich näher an einen Menschen heranzuwagen.

Vorurteil Nr. 9
Haie verwechseln Surfer mit Seehunden.
Die Fakten: Es erscheint unglaubwürdig, dass Haie mit ihren überlegenen Sinnen ein Tier, mit dem sie seit Millionen von Jahren ihr Element teilen, mit einem sich anders bewegenden und aussehenden Surfer verwechseln. Ein seltenes Zubeißen bedeutet entsprechend ein Ausprobieren und nicht eine Verwechslung.

Vorurteil Nr. 10
Haie müssen immer schwimmen.
Die Fakten: Neben den pelagisch lebenden Arten, die freischwimmend die Weltmeere durchstreifen, gibt es auch Boden lebende Haie, wie zum Beispiel die Ammenhaie oder die Weißspitzen-Riffhaie, die über eine aktive Kiemenatmung verfügen. Auch der Weiße Haie verfügt über ein Saugloch, das es ihm zu ermöglichen scheint, nicht permanent schwimmen zu müssen. Hier fehlen jedoch noch eindeutige Beweise, die einen Weißen Hai auf dem Boden zeigen.

Free-Magazin Ausgabe 22

1 Kommentar »

  1. Vorurteil Nr. 8
    Haie sind aggressiv.
    Die Fakten: Haie sind in den meisten Fällen sehr vorsichtig und zurückhaltend. Nur außergewöhnliche Umstände bzw. Irritationen ihrer Sinne wie zum Beispiel schlechte Sicht, Geräusche, Futter im Wasser o. Ä. bringen sie dazu, sich näher an einen Menschen heranzuwagen.

    Die Aussage trifft so nicht zu. Weiße Haie z.B. sind in der Tat keine aggressiven Tiere und legen auch kein Verhalten an den Tag was diese Eigenschaft unterstützen würde. Trotzdem gibt es Hai arten, darunter auch für den Menschen sehr gefährliche der z.B Bullenhai oder der Mako.

    Aufklärung zur Verhinderung von einer Hai Hysterie finde ich gut, manchmal hab ich aber das Gefühl die Aufklärung neigt dann wieder zur anderen Seite zu Kippen und den Menschen weiss machen zu wollen das wir hier über harmlose Meeresbewohner sprechen. Das sind ob nun Böswillig oder nicht, Raubtiere, große gefährliche Raubtiere und man sollte sie nicht verharmlosen.

    Kommentar von KhartorumX — 7. Juli 2009 @ 22:15

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