Fuerte Islander: René Egli
1982 „entdeckte“ ich anlässlich meiner Windsurflehrerausbildung auf Fuerteventura den Playa Sotavento beim Hotel Sol Gorriones. Der ganze Spot war fürs Windsurfen ideal. Der Wind blies stark und konstant und das Wasser bot Bedingungen von Flachwasser bis zu einem Meter hohe Wellen. Insbesondere die Windsicherheit des Spots beeindruckte mich. Dafür sind zwei natürliche Effekte verantwortlich: Erstens wird der vorherrschende Nord-Ost-Passat auf Nord-West umgelenkt und muss sich durch zwei Bergzüge hindurchzwängen. Zweitens erwärmt die Sonne die Insel mehr als das Wasser, der kalte Passat muss sich unter der aufsteigenden Warmluft hindurchzwängen. Es kommt durch diese natürlichen Düsen, auch bekannt als die so genannte Sotavento-Düse, zu einer Doppelbeschleunigung und so hat der Spot wesentlich stärkeren Wind als die Umgebung. Ein weiterer wichtiger Punkt: Auch die nicht windsurfende Begleitung konnte sich an dem kilometerlangen, weißen Sandstrand bei perfektem Klima wohl fühlen. Ganzjährig angenehme Temperaturen, türkisfarbenes, glasklares Wasser und kurze Flugzeiten innerhalb Europas rundeten meinen Eindruck ab.
1984 kam ich dann mit acht Boards und 30 Riggs im Gepäck auf Fuerteventura an. Vorher musste ich allerdings noch die Gemeinde davon überzeugen, dass am Strand in größerem Maßstab Wassersport betrieben wird und daher auch große Änderungen in der Infrastruktur notwendig werden würden, wie zum Beispiel neue Zufahrtswege, Parkplätze, etc. Als staatlich geprüfter, spanischer Segellehrer bekam zwar ich persönlich die Bewilligung, eine Schule zu eröffnen, hatte aber Probleme, Arbeitsbewilligungen für nicht spanisch sprechende, ausländische Mitarbeiter zu bekommen, da es die heute bekannte EU noch nicht in dieser Form gab. Die internationalen Reiseveranstalter mussten davon überzeugt werden, dass mein Produkt ausreichend Platz für eine gute Ausschreibung braucht statt eines kleinen Infosatzes „Sport vor Ort möglich“. Mein Konzept war nicht einfach nur, eine Windsurfschule aufzumachen, wo zufällig ein Urlauber vorbeikommt und eventuell Material ausleihen oder einen Kurs besuchen möchte, sondern ich wollte von zu Hause komplett buchbaren Windsurfurlaub anbieten. Das bedeutete, dass mein Programm in ihren Katalogen als viel Platz beanspruchende Sonderleistung veröffentlicht werden musste. Ständiger intensiver Kontakt zu internationalen Reiseveranstaltern verwirklichte meine Vision, sämtliche Leistungen bis ins Detail, wie die Buchbarkeit eines bestimmten Windsurfbrettes des Pro Center René Egli, weltweit buchen zu können. Da wir damals noch nicht bekannt waren, war es schwierig, andere von unseren perfekten Bedingungen zu überzeugen.
1985 gelang es mir die englische Speedorganisation darauf aufmerksam zu machen, dass der Playa Sotavento viel Wind hat. Sie informierten die Windsurf-Profis und so organisierte ich im folgenden Jahr 1986 den ersten Worldcup. Seitdem organisiere ich nun jährlich die Worldcups auf Fuerteventura, welche mittlerweile bis zu 60 Millionen Fernsehzuschauer jährlich sehen. Im gleichen Jahr stellte Pascal Maka einen neuen Speedrekord mit 71,8 km/h auf. Seitdem treffen sich jedes Jahr die Windsurfprofis zum Kräftemessen direkt vor dem Pro Center I. Da Surfer bekanntermaßen auch gerne feiern, eröffnete ich 1996 die „Fuerte Action Bar“ in der Costa Calma, die sich zum Windsurf-Szene-Treff schlechthin entwickelte. 1997 ermöglichten wir während eines Super Grand Slam neben den Disziplinen Speed und Racing erstmals das Austragen eines PWA Freestyle Worldcups.
Als das Pro Center I 1999 aus allen Nähten platzte, eröffneten wir mit dem Pro Center II einen für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeigneten Spot. Anfänger und Aufsteiger können in der großen, stehtiefen Lagune optimal zurechtkommen, während sich die Fortgeschrittenen an den Sandbänken vor der Lagune mit bis zu zwei Meter hohen Wellen vergnügen können. 2001 erweiterten wir das Angebot und integrierten im Pro Center I das Kite Center und veranstalteten im gleichen Jahr den ersten Kiteboard Worldcup, bei dem ebenfalls ein Rekord gebrochen wurde. Sebastien Cattelan stellte mit 8,87 Sekunden einen neuen Hangtime-Weltrekord auf. Zwei Jahre später wurde mir von der kanarischen Regierung für die Organisation des Windsurfing- und Kiteboarding-Worldcups der Preis „Goldmedaille für die beste touristische Leistung 2003 auf den Kanarischen Inseln“ überreicht. Mittlerweile können unsere jährlich 10.000 Kunden zwischen 1.000 Segeln und 300 Windsurfbrettern sowie 180 Kites und 80 Kiteboards wählen, im Pro Center Hard Ware Shop und in sieben Fuerte Action Shops bummeln und sich in der „Fuerte Action Bar” stärken. Die Importfirma René Egli Canarias S.L. versorgt die Kanarischen Inseln mit dem neuesten Wind- und Kitesurfmaterial und etwa 70 Mitarbeiter sorgen in den unterschiedlichen Business Units dafür, dass alles reibungslos funktioniert.




