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Archive for the year 2006

Burton All Girls SnowCamps presented by Nicola Thost

{GALERIE} BAG_Poster_05-indd1.jpgDie von Nicola Thost initiierten Burton All Girls SnowCamps gehen bereits in ihre zweite Saison. Sechs Camps sind für den Zeitraum zwischen Februar und April 2007 geplant. Nach dem überwältigenden Feedback der Mädels aus aller Welt, die vergangene Saison an den 3 angebotenen Camps teilnahmen, war für Burton und Nicola Thost klar, dass die Camps weitergeführt werden müssen!
{GALERIE} nicola_portrait.jpgNicola, Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Olympischen Spielen 1998 und Vorbild für viele junge Snowboarderinnen in aller Welt, hat mit ihrer Karriere das Niveau des Frauensnowboardens eindeutig gehoben. Sie ist dem Snowboarden treu geblieben und aus Liebe zu diesem Sport organisiert sie heute die Burton All Girls SnowCamps: „Mit meinen Camps möchte ich Mädels aus aller Welt zusammenbringen, damit sie gemeinsam die Faszination und den Lifestyle des Snowboardens erleben können. Sie bekommen die Möglichkeit, die verschiedenen Seiten des Snowboardens ohne Wettkampfgedanken kennen zu lernen {GALERIE} Nicola-Thost_action.jpgund ihr Riding ohne Angst zu verbessern. Ich freue mich schon auf die Mädels, wenn sie herumalbern, Gas geben, sich gegenseitig motivieren und dabei immer ein breites Lächeln auf dem Gesicht haben.”
Ivar Fougstedt, Marketing Director von Burton Europa: „Burton ist eines der wenigen Unternehmen, das bereits seit mehr als 10 Jahren frauenspezifisches Equipment anbietet. Noch nie hatten wir eine so umfangreiche Frauenlinie wie in dieser Saison (die neue B by Burton Linie und eine noch grössere Auswahl an Frauenboards). Bei uns bekommen die Fahrerinnen aber nicht nur das perfekte Equipment, sondern auch die perfekte Infrastruktur, um ihre Skills in einem angenehmen Umfeld zu verbessern!”
Was wird bei den Camps geboten? 5 Tage Snowboardunterricht mit ausgebildeten Snowboardlehrern, die in jedem Gelände Erfahrung haben. Neben diesem professionellen Coaching beim und nach dem Fahren mit Videoanalysen gibt es auch spezielle Workshops, u. a. über das richtige Tunen oder die Sicherheit beim Snowboarden. Natürlich bekommen die Mädels auch die Gelegenheit, das neueste frauenspezifische Burton Equipment zu testen. Auch Side Events und abendliche Aktivitäten werden nicht zu kurz kommen.
Das Camp-Arrangement um € 663 beinhaltet Unterkunft, Verpflegung, Liftkarten, Coach, Test-Equipment, Willkommens-Goodies und einiges mehr – nähere Infos auf der Website.

Termine und Locations der Burton All Girls SnowCamps:

11. – 17. Feb. 2007 KICK OFF Kleinwalsertal, GER

25. Feb. – 3. März 2007 JUMP MISSION Mayrhofen, AUT

11. – 17. März 2007 FUN + CHILL Wildhaus, SUI

25. – 31. März 2007 ADVENTURE Morzine, FRA

08. – 14. April 2007 SPRINGSESSION Livigno, ITA

22. – 28. April 2007 NATURE EXPERIENCE Wäsabergen, SWE

Nähere Details und alles über die Teilnahme an den Camps auf www.burtonallgirls.com.


Posted: November 23rd, 2006 under NEWS.
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Die Safety First Lawinencamps des ratiopharm snowboard team gehen in eine neue Runde!

 

{GALERIE} SafetyFirst_Logo.jpgNach dem großen Erfolg im letzten Jahr, werden die kostenlosen Lawinenschulungen auch in diesem Winter wieder angeboten. Schirmherren der Veranstaltungen sind Christoph Weber und seine Teamkameraden vom ratiopharm snowboard team.
Unterstützt werden die eintägigen Camps von der Schweizer Snowboardbekleidungs-Marke Zimtstern, dem kalifornischen Label Oakley und dem LVS-Gerätehersteller PIEPS, der den Teilnehmern aktuellste Ausrüstung {GALERIE} SafetyFirstCamps_01.jpgsowie erfahrene Bergführer zur Seite stellen wird.
In den praxisnahen Übungen stehen das richtige Lesen des Lawinenlageberichts, das Erkennen von Gefahrenzeichen sowie der effiziente Umgang mit Verschüttengeräten, Sonde und Schaufel auf dem Programm.

Teilnehmen kann jeder Wintersportler ab 14 Jahren – egal ob Snowboarder/in {GALERIE} safetyfirst_lawinencamps_02.jpgoder Skifahrer/in.

14.01. Oberwiesenthal - Inferno Ost

20.01. Winterberg - Postwiese

27.01. Diedamskopf

28.01. Feldberg

21.02. Spitzingsee

22.02. Brauneck

23.02. Oberstdorf - Nebelhorn

24.02. Schneesportgebiet Engelberg - Titlis

Weitere Infos sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf www.ratiopharmsnowboardteam.com.

Posted: November 23rd, 2006 under NEWS.
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Schau hinter die Kulissen beim Nokia Air & Style in München

{GALERIE} image001-(3).jpgIm Olympiastadion München entsteht derzeit die größte Snowboard-Schanze der Welt, auf der am 02.12. die weltbesten Snowboarder, angeführt von Olympiasieger Shaun White, ihre spektakulären Tricks zeigen werden. Aus 355 Tonnen Stahl und 1.000 Tonnen Kunstschnee wächst seit 20.11. der Kicker-Koloss in die Höhe.

Einen exklusiven Einblick in die Aufbauarbeiten für Jedermann gibt es am Samstag, 25.11.2006. Der im Nokia Air Style Look gestaltete Doppeldecker-Bus von Autobus Oberbayern wird ab 11.30 Uhr im Shuttle-Verkehr kostenlose Touren ins Olympiastadion anbieten. Startpunkt ist das Stachus-Rondell (am Stachus Brunnen). Von dort geht es, gut unterhalten mit Snowboard-DVDs auf den Bus-Bildschirmen, ins Olympiastadion. Durch das Marathontor wird der Bus in das Olympiastadion einrollen; ein exklusives Erlebnis. Eine 30-minütige geführte Tour gibt einen Blick hinter die Kulissen von Schanzenaufbau und Schneeproduktion. Und dann geht es wieder zurück zum Stachus. Die Bustour ist kostenlos, mit fahren können je Tour ca. 50 Teilnehmer; nach dem Wer-zuerst-kommt-mahlt-zuerst-Prinzip; Unter den Teilnehmern werden 1 Paar DC Shoes ,Air Style; (limitierte Auflage), 1 Snowboard-DVD First Descent und 2 Nokia Air Style 06 Tickets für die Haupttribüne verlost.

Abfahrt: 11:30 / 13:30 / 15:30 am Stachus-Rondell

Kosten: 0,– Euro

Dauer: ca. 90 Minuten inkl. Tour, Hin- und Rückfahrt

Posted: November 23rd, 2006 under NEWS.
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Joel Parkinson gewinnt Quiksilver Pro France

{GALERIE} 9_winners856quikfr06karen_m.jpgVom 22. September bis zum 1. Oktober fand in diesem Jahr in Hossegor das legendäre Quiksilver Pro France Event im Rahmen der Foster’s ASP Men’s World Tour statt. 2001 wurde der Event zum ersten Mal ausgerufen, jedoch wegen der Anschläge am 11. September wieder abgesagt. Im Jahr darauf gewann der Brasilianer Neco Padaratz überraschend das Finale.{GALERIE} 9_groesser_parkinson_j114qu.jpg Seit 2003 hat sich Andy Irons fest auf dem obersten Treppchen eingebucht. 2004 verlor er zwar zum ersten Mal in der privaten Irons-Geschichte einen Heat gegen seinen kleinen Bruder Bruce, doch Andy konnte trotzdem die Krone von Hossegor gewinnen, was sich bis zu diesem Jahr nicht ändern sollte. Auch der allmächtige Kelly Slater wollte 2006 ein Wörtchen bei der {GALERIE} 9_kollage_parkinson_j928qui.jpgPlatzvergabe mitreden, holte er sich doch genau an diesem Spot 15 Jahre zuvor seinen ersten von heute sieben Weltmeistertiteln. Doch dann kam alles anders …
Hossegor ist ein Weltklassespot und seine Breaks können sich im Herbst mit Spots wie Pipeline auf Hawaii vergleichen lassen. Die unberechenbaren Beachbreaks sind gerade im September unglaublich groß und verwandeln sich in reine {GALERIE} 7_8_unten_wave8332quikfr06J.jpgBarrel-Maschinen, die selbst die Shortboard-Virtuosen an ihre Grenzen treiben können, wenn der teilweise bis zu sieben Fuß hohe Swell in knietiefes Wasser bricht. Vor allem die Zuschauer bekommen bei diesem Event die ultimative Show geliefert und zeigen sich jedes Jahr wieder in großen Scharen am Strand, um die Weltstars der Surfelite aus nächster Nähe zu bejubeln. {GALERIE} 9_winners234quikfr06karen_m.jpgBis zu 8.000 Zuschauer verfolgten auch in diesem Jahr das Finale und gewannen dabei eine überraschende Erkenntnis.
Die Wettervorhersage zeigte sich am ersten Tag des Events wenig viel versprechend. Onshorewinde und ein durchwachsener Swell erwartete die Profisurfer, von denen viele gerade sechs Tage zuvor ihren letzten Wettkampf abgeschlossen hatten und daher völlig abgekämpft und mit einem Jetlag in Hossegor eintrafen. {GALERIE} 7_8_oben_Flores_J8406quikfr.jpgDoch weder die Müdigkeit noch der Jetlag waren der Grund dafür, dass gleich der erste Wettkampftag von den Veranstaltern als Layday angekündigt wurde – der Swell war einfach „out of control“. Der zweite Veranstaltungstag zeigte da schon bessere Bedingungen. Sechs-Fuß-Wellen und mehr waren drin und Kelly und Co. zeigten den Youngsters in ihren Heats nicht nur einmal, wo der {GALERIE} 5_slater542quikfr06karen_m.jpgHammer hängt. So gewannen Stars wie Slater, Parkinson, Andy Irons, Damien Hobgood, Trent Munro die ersten Runden in den monsterhart brechenden Wellen. „Die Wellen brechen auf dem Sand so heftig. Ich bin einige Male gespült worden und habe mir meinen Kopf ordentlich auf dem Sand aufgeschlagen. Das hat schon ziemlich weh getan“, gab Kelly Slater nach seinem Heat zu. {GALERIE} 5_fruit8326quikfr06Joe_m.jpgSlater, der bisher sieben Weltmeistertitel in der Tasche hat, bringt sich auch in diesem Jahr wieder in Startposition, den achten Titel zu schnappen. Dafür wäre ein Sieg in Hossegor nicht ganz unwichtig.
Die beiden folgenden Wettkampftage waren nicht besonders einladend. Der Wind blies onshore und die Wellen waren nicht sauber. {GALERIE} 5_expression_session.jpgKeine Chance für die Wettkampfleitung also, einen Heat zu starten, und damit hatte Kelly Slater genug Zeit, mit dem Tennisstar Guy Fourget und dem Quiksilver-Surfteam-Manager Stephen Bell auf dem Golfplatz ein paar Bälle abzuschlagen. Doch am 27. September war es endlich so weit. Zwar waren die Bedingungen mit eineinhalb Meter hohen Wellen noch recht moderat, aber der Wind hatte gedreht und blies nun offshore, {GALERIE} 4_slater018quikfr06karen_m.jpgsodass sich die Wellen zu sauberen Sets formierten und den Pros perfekte Bedingungen offerierten, die sich bis zum Ende der Woche so hielten. Wenige Überraschungen gab es in den darauf folgenden Runden und so standen sich in den Halbfinalläufen die üblichen Verdächtigen gegenüber. In einem souveränen ersten Halbfinale gelang es Mick Fanning, den siebenfachen {GALERIE} 1_2_martin9766quikfr06karen.jpgWeltmeister Kelly Slater auszuschalten. Mick, der sich die besten Wellen vor Kelly schnappte, legte vor dem versammelten Publikum eine spektakuläre Aerial-Show hin, die den Juroren die Entscheidung leicht machte und Mick mit 16.60 Punkten ins Finale entließ. Im zweiten Halbfinale des Tages traf Micks Mate Joel Parkinson auf den {GALERIE} 3_4_slater_k498quikfr06kare.jpgLokalmatadoren Andy Irons, der in den letzten Jahren immer in Hossegor den Siegesthron bestiegen hatte. Doch in diesem Jahr sollte alles anders werden. Die Righthanders peelten konstant den Strand hinunter und boten dem Australier Joel Parkinson eine perfekte Spielwiese für seine teilweise völlig schmerzfreien Aerials. Andy Irons hingegen wartete zu lange auf die perfekte Welle und musste sich am Ende mit 6.93 Punkten zu 15.43 Punkten geschlagen geben.
{GALERIE} 2_kleiner_crowd8787quikfr06.jpgIm Finale trafen die beiden „Aussies“ und dazu noch beste Kumpel Joel Parkinson und Mick Fanning aufeinander. Die beiden hatten schwer mit der starken Strömung zu kämpfen und wurden immer wieder um ihre Positionen gebracht. Während Fanning noch um seine Position im Line-up kämpfte, schnappte sich Parkinson die nächste Welle. Die Zuschauer brachen in Begeisterungsstürme aus, als er mit zwei Tuberides und einem fetten Aerial auf der Welle punktete. Von diesem Zeitpunkt gehörte die Trophy ihm; Fanning gelang es nicht mehr, diesen massiven Vorsprung seines Landsmannes einzuholen. Parkinson hatte den Quiksilver Pro France gewonnen.

Posted: November 21st, 2006 under BERICHTE.
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Eastpack Antidote Tour

{GALERIE} News3_Antidote-Tour-Logo-3-.jpgEastpack, Vans, The Agency Group und Side One Dummy Records knüpfen an den phänomenalen Erfolg der letzten Eastpack Antidote Tour an, die uns schon alle im Winter 2005 rocken ließ. Doch nun geht  es weiter vom 31. Oktober bis zum 28. November wird es noch mehr mitreißende Konzerte geben. Bands wie GOGOL BORDELLO, DANKO JONES, DISCO ENSEMBLE und BEDOUIN SOUNDCLASH werden eure Herzen höher schlagen lassen. Die Europatour geht von  Frankreich, Spanien, Belgien, und natürlich Deutschland mitten in eure Nähe und wird Adrenalin in euer Herz pumpen. Mehr Infos und Ticketinformationen unter: www.antidotetour.com oder www.myspace.com/theantidotetour .

Posted: November 20th, 2006 under Allgemein, NEWS.
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Mafiosi, Mönche und Mechaniker beim ION PHOTO AWARD

{GALERIE} groÃ�_IMG_6705.jpgDie ersten Bestechungsversuche gab es bereits nach dem Skippersmeeting bei der Ausgabe der Segelsticker und Event-Lycras: Cappuccino und Brioche wurden von der Jury dankend ange­nommen, in der Wertung aber nicht berücksichtigt. Auch für den charmanten Versuch des einzigen reinen Damenteams „Pier Babes“ gab es leider keine Extra-Punkte. {GALERIE} 11.jpgObwohl es ein wahrlich zuvorkommender Service war, dass mein Segel bereits für die heraneilende Ora aufgeriggt wurde, während ich noch mit dem richtigen Buchstabieren der Namen aller 64 Contestrider aus Deutschland, Ös­terreich, der Schweiz, Italien, Spanien, Schweden, {GALERIE} gross_PhotoFioreCanon0004.jpgSüdafrika und Venezuela kämpfte.
16 Teams versicherten mir im Zuge der Einschreibung beim diesjährigen ION PHOTO AWARD eine geile Show zu bieten. Um sich „auf das Siegertreppchen zu surfen”, mussten die Viererteams aber nicht nur eine coole Session auf dem{GALERIE} mittel_PhotoFioreCanon0126.jpg Wasser bieten. Wie schon im letzten Jahr ging es bei dem Photowettbewerb darum, in drei Tagen neben stylischen Surfbildern auch coole Lifestyle-Pics zu schießen und mit der Digi-Cam etwas von der Natur und Atmos­phäre am Gardasee einzufangen. {GALERIE} ion_16.jpgWer seine 20 besten Shots, verpackt in einer witzigen Story, bei der Abschlussparty gut präsentierte, fuhr ganz vorne mit.
{GALERIE} ion_01.jpgEinige Teams hatten sich bereits Wochen vorher zum Brain­stor­ming versammelt und regelrechte Drehbücher für ihre Photo­story geschrieben, andere setzten auf spontane Kreativität. „Die­ses Jahr sind wir richtig geil vorbereitet!“, brüsteten sich gleich mehre­re Fahrer. Doch mir {GALERIE} gross_PhotoFioreCanon0044.jpgals Judge (und Mädchen für alles) wollte diesmal keiner etwas vorab verraten. Überall wurde in kleinen Grüppchen aufgeregt diskutiert, doch jedes Mal, wenn ich hinzukam, das Thema „dezent“ gewechselt – wahl­weise auf „Hast du noch Gutscheine für Freigetränke?“ oder „Warum können wir nicht alle am Pier umsonst parken?“.{GALERIE} gross_PhotoFioreCanon0003.jpg
Ein paar Eindrücke bekam ich trotzdem schon beim ersten Südwind am Pier: Plötzlich tauchte ein gro­ßer Schatten hinter mir auf und ich wurde von einem Triodem – oder wie nennt man ein Tandem-Board für drei? – überholt! Gleich dahinter ein paar Jungs, die aussahen, als hätten sie den Neopren mit der Opernrobe verwechselt. Aha, dieses Jahr also Nadelstreifen statt Nacktsurfen! Und während ich noch den wehenden Krawatten nachsah, wäre ich beinahe in einen manövrierenden Mönch gekracht …
Manche Teams ließen sich jedoch gar nicht in die Karten schauen und hatten sich an geheime Orte verzogen. Zum Riders-Dinner in der Villa Cian mit Pizza, Pasta und Drinks waren aber alle hung­rig, durstig – und unerwartet pünktlich – zurück. Den Orga­nis­atoren war es etwas peinlich, als sie mit einer halben Stunde Ver­spä­tung als Letzte eintrafen und bereits alle Contestrider zufrieden mampfend vor dampfenden Tellern sitzen sahen. Der frühe Beginn um 19 Uhr sorgte allerdings auch für einige frühe Abstürze. Nicht alle Fahrer fanden noch den Weg ins Moby Dick. Und die­jenigen, die dort ankamen, schafften es mit ein paar „Bestechungs-Caipis“ meine Erinnerung an sie und den Rest des Abends unwiederbringlich aus meinem Gedächtnis zu löschen.
Der nächste Morgen war hart – doch wir waren härter! Irgendwie hatte sich die Mehrzahl der Teilnehmer in den frühen Mor­gen­stunden nach Al Pra geschleppt und wurde mit einem Hammer-Nordwind belohnt. Einmal ins kalte Wasser geschmissen, wich auch bei den Partylöwen der letzte Rest-Alkohol spektakulärer Action. Auf dem schmalen Steg drängelten sich die als Photographen ab­kom­man­dierten Teammitglieder, während ihre Kollegen mit den Kontra­hen­ten um den gewagtesten Stunt auf den letzten Zentimetern vor dem Beton fighteten.
Nicht nur auf dem Wasser wurde hart gekämpft, auch an Land wurden schwere Geschütze aufgefahren: Während das „Old Father Team” mit lüsternem Blick, einer auffallend platinblonden Perücke und weißen Lack-Highheels im Gepäck gesichtet wurde, hatte sich das „F…ing Fast Team F2″ gleich einen naturblonden Schweden-Import (F2-Teamfahrerin Nina Edlund) einfliegen lassen, den sie nun stolz in einem aufgemotzten Porno-Chrysler um den See chauffierten. Während das „Hang­loose Shop Team” mit einer richtigen Knarre hantierte, schwang das „Team Pace” seine regenbogenfarbene Peace-Flagge. Doch noch immer wollte mich keiner in seine Pläne ein­wei­hen und so blieben mir auch ein Wischmob, ein Fußball, eine Gum­mipuppe, ein Trachtenoutfit und ein bemalter Zeh ein Rätsel.
Bei der Speedy-Session am Nachmittag bewies das „Old Father Team” dann, dass Viagra auch gut fürs Hirn ist. Im Gegensatz zu manch anderem Fahrer hatten die Surfopas große Lappen aufgeriggt und so auch bei dem schwächeren Südwind genug Speed für hohe Jumps über die Welle des legendären, gelben „Speedy”-Ausflugbootes – das dank dem Sponsoring des Shaka Surfshops eineinhalb Stunden vor dem Pier nur für uns auf und ab fuhr. Von den (laut den Zuschauern) megageilen Jumps einiger anderer Teams bekam ich dieses Jahr live leider wenig mit, da ich ohne Viagra und mit kleinem Segel meist ebenso langsam wie die Surfdrillinge auf dem Triodem durch die hohen Wellen dümpelte. Zum Glück hielten die beiden Profi-Photographen Fiore und Ronny Kiaulehn vom Boot aus die Jump-Session für die Nachwelt und mich fest. Bei ihnen konnte auch jedes Team Pics für seine Präsentation abgreifen, sodass kein Fahrer auf die Session verzichten musste.
Während des anschließenden Budweiser-Freibier-Après-Surfs am Shaka Shop musste ich leider zwei der 16 Teams von der Liste streichen: Das italienische „Team Future” (Vorjahresdritter) gab verletzungsbedingt auf und „Team Pace” – das mit einem Friedensmotto angetreten war – gab bekannt, sich nach einem heftigen, internen Krieg aufgelöst zu haben. (Inzwischen herrscht aber angeblich wieder Waffenstillstand!)
Auch das „F…ing Fast Team F2“ wirkte am späteren Abend ziemlich verzweifelt, weil sich ihr Schwedenhäppchen bei weitem nicht als so freizügig erwies, wie erhofft. Und vom sonst eher unüberhör- und unübersehbaren „Detonation Team“ war wie schon den ganzen Tag auch bei der Party im Moby Dick (wo wir dank Walter eine Menge Freidrinks genossen!) keine Spur zu entdecken. Sehr suspekt! Dafür bewiesen die „Pier Babes“ eindeutig mehr Durch­haltevermögen als einige ihrer männlichen Kollegen und ver­suchten sogar, mit einer Sitzblockade auf der Straße die Surfopas an der Flucht in die Pflegebetten zu hindern.

Am Samstag herrschte Hektik: Letzte Photos schießen, die geilsten 20 Shots auswählen, Präsentation vorbereiten … Diesmal galt die neue Regel, dass alle Teams ihre Bilder auf Englisch kommentieren mussten – was zu noch längeren Wer-muss-ans-Mikro-Diskussionen in einigen Teams führte. Und während die meisten Fahrer am Pier mit siegessicherem Grinsen oder hoffnungslosem Augenrollen dicht gedrängt in ihre Laptops stierten, zeigte Freestyle-Star Golito Estredo vom „Team Fanatic/North”, dass man auch bei wenig Wind sensationelle Moves hinlegen kann. Auch am dritten Abend hielt das sensationelle Wetter und nach der Bilderabgabe gab es an der Beachbar Circolo Vela/Conca’d Oro jede Menge Pasta für alle. Direkt daneben am Beach war bereits die riesige Leinwand auf­ge­baut, die Mikel vom Shaka extra für den Event genäht hatte.
Schon das erste Bild war ein Kracher: „Team Tricktionary” hatte sich als Priester, Mönch und Rabbi verkleidet in die Wildnis auf Sinnsuche begeben. Dann einer göttlichen Erleuchtung folgend fanden sie ihren heiligen Gral: eine Surfbibel. Weniger heilig ging es beim Team „Hangloose Surfshop” zu, das eine extrem stylisch photographierte Mafiosi-Story mit vielen Leichen präsentierte. Bei einem harten Fight auf dem Wasser (in Anzug und Krawatte) wurde der eiskalte Profikiller jedoch bekehrt … Das „Detonation Team”, das dieses Jahr völlig im Verborgenen gearbeitet hatte, zeigte eine ziemlich abgefahrene Parodie über die Fußball-WM. Die engagierten Profis – Beckham, Zidane, Ronaldinho und Materazzi – ernteten viele Lacher und Applaus. Eine Multikulti-Begegnung mit geilen Surfpics gab es von den Ridern des „Teams Fanatic/North”, die in passender Verkleidung wie auf einem Catwalk vor der Lein­wand einmarschierten.
Beim „Team Pier Babes“ bog sich das Publikum bereits vor dem ersten Bild: Als „Desperate House­wifes“ erschienen sie mit Bügelbrett und Putzzeug equiped auf der Bühne und zogen eine sensationelle Show ab. Im Traum er­schienen ihnen die lecker­sten Surfer und sie be­schlossen Gummi­handschuhe gegen Neo­pren zu tauschen … Auch der nächste Auftritt hatte es in sich: Das „F…ing Fast Team F2“ rollte in Nebelschwaden gehüllt mit dem Porno-Chrysler vor die Leinwand. Nachdem der Butler einen protzigen Bonzen aus­stiegen ließ, erzählte der verkleidete Schwei­­zer in einem sensationellen Italo-Englisch die Story von der Entführung seines Babes, wie er sie gefoltert auf dem Schloss seines Widersachers fand und sich schließlich mit einem har­ten Surf-Battle rächen wollte … Das jüngste Team „Inteam“ be­wies, dass man mit cooler Surfaction die heißesten Girls am See aufreißen kann und durfte als Belohnung für die Mühen den Mä­dels im Pool ihrer Villa eine Surflesson mit reichlich Körper­kontakt geben.
Eine Photo-Lovestory im Stil der „Bravo” hatte das „Seidl Boardshop Team” vorbereitet: Heidi und Peter (in Dirndl und Lederhos’n) als Lago-Touris mit zahlreichen Nebenbuhlern. „Dauernd arbeiten” musste angeblich das „Team Shaka”, daher drehte sich in ihrer Geschichte alles um ihren Alltag am Gardasee. Ein paar freie Stunden mussten sie allerdings doch gehabt haben, denn in ihre fantastischen Natur- und Lifestylephotos hatten sie eindeutig Zeit investiert. Danach hievte sich das „Old Father Team” auf die Bühne und stellte seine Porno-Nurse (ein Gaststar, der anonym bleiben wollte) vor. Die Surfopas konnten dank der aus­rei­chen­den Versorgung mit Viagra und der sensationellen Pflege ihrer scharfen Ex-Pornostar-Krankenschwester – die sich für ihre Pfleg­­linge sogar auf die letzten Zentimeter zwischen Surf­equip­ment ins Auto gequetscht hatte – auch auf ihre alten Tage noch einmal richtig coole Surfaction zeigen und ihren Mann stehen. Das Team „Planetwindsurfing” zeigte, dass Windsurfen ganz klar ein massenkompatibler Sport für jedermann ist und stellte Tou­risten, Rentner, Motorradfahrer, Polizisten, Hunde und einen k.o. geschlagenen Mountainbiker aufs Brett. Das wegen eines gebrochenen Zehs um einen Teilnehmer geschwächte „Team Windinfo” hatte einen ganz anderen Blickwinkel auf den Gardasee und erzählte seine Story aus der Sicht eines Zehs. Bevor die Rider des „A-Teams” mit der Präsentation ihrer ziemlich pornografischen Lebensgeschichte starteten, wurden erstmal dezent Kuverts über den Tisch der Jury geschoben. Doch die Scheine erwiesen sich leider als Falschgeld … Ehrliche Arbeit bevorzugte dagegen das „Drops Team”, das als ölverschmiertes Pit-Stop-Team bei den Mädels vom See leider kaum ankam, bis es den Lifestyle der Surferwelt entdeckte.
Alle Teams hatten sich mächtig ins Zeug gelegt und die Jury stand somit in diesem Jahr vor einer schweren Entscheidung. Doch nach einer halben Stunde waren wir uns einig und ich durfte die Sieger verkünden:

Platz 1: F…ing Fast Team F2

(Daniel Aeberli, Matti, Alex Hasch, Nina Edlund)

Platz 2: Old Father Team

(Craig Gertenbach, Sebastian Wenzel, Markus Keller, Fred Niedner)

Platz 3: Hangloose.at Surfshop

(Stefan Heschl, Max Matissek, Evi Trummer, Manuel Grafenauer)

Platz 4: Detonation Team

(Funkenpit/P. Sedlmaier, D-Hartl/Gerhard Gürtler, Meloni/Peter Schön, Queen Mum/A. Huber, Gueststar: Icki)

Platz 5: Team Pier Babes

(Astrid Hintz, Bea Hamacher, Gabi Gaibler, Michaela Vavra)

Platz 6: Team Shaka

(Nicholas, Burian, Allessio Vincenzi, Stefan Schmölzer)

und Team Tricktionary

(Michael Roßmeier, Stefan Köhle, Davide Raffaelli, Hannes Wildner)

Last but not least die Sieger der „Best Shots“:

Bester Windsurf-Shot: A-Team, das dieses Jahr aufgrund einer Präsentation auf Italienisch statt auf Englisch knapp an einer Platzierung in der Gesamtwertung vor­bei­geschrammt war.

Bester Lifestyle-Shot: Team Shaka mit einer extrem coolen Aufnahme des jüngsten Contestteilnehmers (Nicholas mit zwölf Jahren), der sich mit dem Skateboard von einem Roller ziehen ließ.

Bester Natur-Shot: Team Shaka again, aber der Blick von der Kurve in Nago auf den Gardasee bei Sonnenaufgang ist einfach ein wunderschöner Klassiker.

Nach der Beachparty wurde natürlich im Moby Dick und später in der Conca Disco noch kräftig weiter gefeiert. Auch hier gab es noch eine kleine Wertung: der unoffizielle Trink-Wettkampf zwischen zwei Ridern der Siegerteams „Old Father“ und „F…ing Fast F2“ wurde mit einem klaren Unentschieden be­endet. Wäh­rend sich der Surfopa heimlich aus dem Moby Dick da­von­schlich, verpasste der Italo-Schweizer seine Siegerparty schnarchend im Porno-Chrysler auf dem Parkplatz der Conca Disco.

Posted: November 20th, 2006 under BERICHTE.
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Zehn kleine Inseln

{GALERIE} thade_klein01.jpgNach 14 Jahren Regatta-Touren mit allem, was dazu gehört – wind- und wettertechnischer sowie surferischer Pleiten, Pech und Pannen – könnte man meinen, dass man als „alter Hase“ auch mal genug davon hat. Das mag sich schizophren anhören, aber trotz der langen {GALERIE} thade_aufmacher1_2.jpgZeit konnten Helge und ich bisher den Hals noch nicht voll bekommen. Mehr noch! Ab und zu packt uns die Phantasie und wir bekommen Lust auf surferische Herausforderungen und besondere Erlebnisse.

{GALERIE} thade_klein07.jpgNach riesigen Wellen und paradiesischen Bedingungen in Kapstadt umrundeten wir die Insel Fehmarn mit dem ehemaligen Bomba Team aus dem Jahr 2003 – Horninger, Asmussen, Helge und ich. Es wurde nach den Jahren Pause mal wieder Zeit,{GALERIE} thade_klein00.jpg ein neues Ziel zu finden, ein Highlight in der Surferkarriere zu starten, an das man sich für immer erinnert. Während der diesjährigen DM auf Sylt hatten Helge und ich an einem windstillen Tag, als wir am Strand saßen und sehnsüchtig aufs {GALERIE} thade_3.jpgWasser schauten, die Idee, wir könnten einmal zu den wunderschönen Halligen surfen, die wir bisher nur von Bildern oder vom Hinüberblicken von der Fähre kannten.

Die Halligen liegen vor der nordfriesischen Küste. Insgesamt gibt es zehn kleine Eilande mit Größen von sieben bis 960 Hektar. Die größte Insel ist Langeneß mit 140 Inseleinwohnern. Auf Süderoog lebt hingegen nur ein Ehepaar, Gudrun und Hermann Matthiesen. Die Bewohner leben hauptsächlich vom Küstenschutz, von der Landwirtschaft und vom Tourismus. Diese Insel sollte auch die erste Location unserer Halligentour werden.

Am 29. August 2006 endete die DWC-Regatta-Saison mit der letzten Regatta in Boltenhagen. Hier schmiedeten wir konkrete Pläne, wann unsere Tour stattfinden sollte. Zu so einer Tour gehört eine umfangreiche Vorbereitung mit optimalen Bedingungen. Alles muss passen, was fast unmöglich ist. Es muss Hochwasser sein, man braucht ein Boot und dazu einen Bootsfahrer, einen Photographen und vor allem sensationelles Wetter, adäquaterweise Sonne und Wind gleichzeitig. Hinzu kommt noch, dass alle Mitstreiter kurzfristig Zeit haben und innerhalb von zwei Tagen abrufbar sein müssen. Euphorisch wie wir anfangs starteten, mussten wir aus den genannten Gründen dreimal den Termin verschieben. Gedämpfte Stimmung machte sich breit und wir hatten die Befürchtung, wir müssten unseren Event in die nächste Saison schieben.

Geplant war ein Crossing, beginnend in Schlüttsiel. Die Route sollte vorbeiführen an Süderoog, Pellworm, Norderoog, Hooge, Langeneß bis nach Amrum. Fiebernd beobachten wir tagelang den Wetterbericht und plötzlich war es soweit. Dann musste alles ganz schnell gehen. Es schien anfangs alles zu klappen, bis sich ein Problem ergab. Der Bootsfahrer hatte an dem geplanten Tag keine Zeit. Wir hatten auf einmal keinen Bootsfahrer mehr! Helge und ich telefonierten fast 20 Leute ab, um jemanden für unsere Tour zu organisieren. Einige hatten anderweitig Termine, anderen war die Aktion zu heiß, weil sie nicht wussten, ob man dort überhaupt mit dem Boot fahren durfte. Die Halligen liegen im Naturschutzgebiet und so fängt man sich eventuell schnell Ärger ein. Über viele Kontakte und Vitamin B fanden wir schlussendlich Alexander aus Hamburg, den wir beide noch nicht persönlich kannten, der aber bereit war, die Tour mit uns durchzuziehen. Er brachte seine Freundin auf die Bootsfahrt zu den Halligen mit. Diese bestieg das Boot euphorisch mit Westernstiefeln, nicht ahnend, was sie hier erwartete.

Treffpunkt sollte Schlüttsiel sein, wo es laut Karte und Informationen möglich sein sollte, das Boot ins Wasser zu lassen. Dort angekommen, mussten wir leider feststellen, dass unsere Bedingungen umgeschlagen waren. Es herrschte Windstille und die Sonne war verdeckt von dicken, dunklen Wolken. Viel schlimmer war die Tatsache, dass nirgends die Möglichkeit bestand, das Boot zu Wasser zu lassen. Was tun? Wir nahmen eine spontane Planänderung vor und fuhren im Konvoi nach Dagebüll. Falsch gedacht, auch hier bestand keinerlei Möglichkeit, das Boot ins Wasser zu lassen. Schon fast krampfhaft versuchten wir, aus dem Hafenmeister Informationen herauszukriegen, ob es eine geeignete Stelle gab, das Boot ins Wasser zu lassen. Dieser zuckte nur mit den Schultern. Es wurde spannend, denn wir wollten schon seit zwei Stunden auf dem Wasser sein; allmählich lief uns die Zeit davon. Letzte Hoffnung – auf zum Nordstrand!

Auch hier schien es so, als gäbe es keine Möglichkeit für uns, das Boot zu Wasser zu lassen. Wir sahen zwar, dass es prinzipiell machbar war – es war nur niemand weit und breit zu finden, den wir um Erlaubnis fragen konnten. Ein Blick zur Uhr und wir ergriffen dreist die Eigeninitiative, zogen die Poller zur Absperrung an der Bootsrampe heraus und machten uns selbstständig. Los ging’s! Erstaunlicherweise mussten wir feststellen, wie schwer ein Boot ist. Wir kannten die Boote jahrelang, waren aber noch nie in den Genuss gekommen, eines dieser Boote ins Wasser zu heben. Mit vier Mann hatten wir allerhand zu tun. Der Wind war leider immer noch viel zu schwach, um direkt loszusurfen. Wir beluden das Boot mit unserem Stuff in der Hoffnung, dass wenigstens auf dem Meer eine steife Brise auf uns wartete. Der Himmel blieb beharrend dunkel und wir hofften, dass es als Wiedergutmachung für all die bisherigen Schwierigkeiten wenigstens niederschlagsfrei blieb.

Nach den ersten zehn Kilometern mit beladenem Boot in Richtung Pellworm erschien die erste Hallig, und zwar Süderoog, am Horizont. Der Bootsfahrer fuhr mittlerweile Vollgas auf diese Hallig zu. Plötzlich stoppte unser Boot. Wir waren auf eine vorgelagerte Sandbank aufgelaufen. Es war unglaublich – wir sahen uns alle nur fragend an. Kilometerweit rund um uns war nur Wasser in Sicht; die Halligen waren fast zum Greifen nah, aber noch etwa einen Kilometer entfernt; wir steckten fest. Mit so etwas hatten wir nicht gerechnet. Aus der Not machten wir eine Tugend, stiegen aus und fingen im knietiefen Wasser an, unseren Stuff aufzubauen. Die Windbedingungen hatten sich verbessert, je weiter wir vom Festland entfernt waren.

Wir konnten endlich durchstarten. Unsere Tour ging vorbei an Pellworm und wir kreuzten Richtung Süderoog. Nach langer Zeit sahen wir die Insel und fuhren darauf zu. Seitlich nahm ein einzelnes Boot Kurs in unsere Richtung auf. Wir hatten böse Vorahnungen, dass die Wasserpolizei uns an den Kragen wollte, schließlich durchsurften wir das Naturschutzgebiet. Es stellte sich glücklicherweise heraus, dass das Boot nicht die Wasserpolizei, sondern die DLRG war, die nicht ärgerlich, sondern besorgt um uns war. „Unsere Retter“ wunderten sich über zwei Surfer mitten auf dem Meer, bei angekündigtem Sturm und der späten Nachmittagsstunde. Nach Berichterstattung über unser Vorhaben wünschten sie uns, inspiriert von der Idee, viel Glück und Erfolg und gaben uns noch kostbare Tipps mit auf den Weg.

Vorbei an Süderoog, auf der nur ein einzelnes Haus von unsagbarer Größe steht, ging es weiter Richtung Norderoog. Der dunkle Himmel und die abflauende Brise veranlassten uns zu gemeinsamer Beratung auf Höhe der Hallig Hooge. Zur Debatte standen entweder eine Übernachtung auf Amrum oder Vollgas Vorwind zurück. Bis Amrum wäre es noch eine Stunde Fahrt gewesen. Der Photograph und der Bootsfahrer waren leider für den nächsten Tag verplant, so entschieden wir uns für die Rücktour.

Nach einem Viertel der Rücktour verließ uns der Wind dann vollends und es gab keine andere Möglichkeit, als mitten auf dem Meer schwimmend abzubauen.

Nach einer kurzen Orientierung ging es wieder Richtung Nordstrand, was wir nach knapp einer Stunde heil erreichten. Wir hatten uns nicht verkalkuliert. Die Entscheidung zur Retour hatten wir im richtigen Moment gefällt, denn als wir im Hafen einliefen, wurde es finster. Das Boot zogen wir bereits im Dunkeln aus dem Wasser. Nach Verladen des Stuffs kamen wir alle noch kurz zu einem Verabschiedungsmeeting zusammen. Alle waren erschöpft und inzwischen fast eingefroren, weil die Temperaturen mit Einbruch der Dunkelheit schnell gesunken waren. Rückblickend hielten wir fest, dass der Tag trotz der anfänglich schlechten Startbedingungen ereignisreich und zufrieden stellend zu Ende ging. Wir hatten alle sehr viel erlebt und viel Neues gesehen!

Jedoch sollte dieser Trip nicht nachgemacht werden. Ein paar Tage später erhielten wir eine Anhörung vom Landesamt für den Nationalpark, in der es hieß, gem. §§ 5 Abs. 2 und 5, Abs. 1 und § 10 Abs. 1, Nr. 3 und 9 des Nationalparkgesetzes darf die Schutzzone 1 nicht gestört oder betreten werden. In bestimmten Fällen kann ein hohes Bußgeld ausgesprochen werden. Wir konnten uns mit dem Amt einigen und machten unsere Verbundenheit als Surfer mit der Natur deutlich. Unser Ziel war es ja schließlich nicht, die Vögel zu stören, was wir auch nicht getan haben, sondern auf den Erhalt des Naturschutzgebietes aufmerksam zu machen. Viele Information und ein Spendekonto findest du unter www.wattenmeer-nationalpark.de.

Posted: November 15th, 2006 under BERICHTE.
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“LBF” die Siebte

{GALERIE} 1_2__LBF_Bent_by_Frank_K.jpgHätte mich im April jemand gefragt, was ich im August machen würde, so wäre meine Antwort mit ziemlicher Sicherheit gewesen: „Kein Plan!“ Aber hätte dieser jemand gefragt – „Was machst du Anfang September?“ – so würden bei mir die Signalglocken läuten. Dieses Datum ist über Jahre hinweg in meinem Kalender geblockt, denn zu dieser {GALERIE} 3_4_.jpgZeit findet in Kampen, Sylt, das Longboard Festival statt. Ursprünglich als Saisonabschluss-Contest für die Rettungsschwimmer ins Leben gerufen, ist dieser Event über die letzten sieben Jahre so stark gewachsen, dass jeder, der einen der begehrten Startplätze ergattert, es sich drei Mal überlegt, diesen {GALERIE} 4_lbf_jens_krause_by_bb.jpgaufgrund von Nichterscheinen für die kommenden Jahre aufs Spiel zu setzen. So kommt es, dass dieser Termin nicht nur für mich, die Sylter bzw. die norddeutsche, sondern für die gesamte Longboardgemeinde ein fester Bestandteil der Jahresplanung ist. Über hundert{GALERIE} 4_lbf_sven_markus_locke_tom.jpg Anmeldungen hatten die Mädels und Jungs um Veranstalter Sven Behrens von der Buhne 16 im Vorfeld entgegengenommen. So waren die Erwartungen an die bevorstehenden Tage groß.

{GALERIE} 5_6_lbf_brian_by_lars.jpgZum Skippersmeeting schaffte ich es leider nicht (ich muss noch ab und zu arbeiten), aber ein Anruf an der Buhne entschuldigte mich: „Hey, kein Problem! Schön, wenn du kommst. Die Wellen sollen ohnehin erst Freitag besser werden. Im Moment ist noch zu viel Wind drauf.“ Diese Info checkte ich gleich noch mal an meinem Rechner. Und tatsächlich: 6-7 Bft aus Nord-West, {GALERIE} 6_lbf_kai_krueger_by_bb.jpgin Böen sogar noch mehr. Jeder, der einmal auf Sylt im Wasser war, mit welchem Spielzeug auch immer, kann sich gut vorstellen, was das bedeutete.

{GALERIE} 6_sven_by_michael_mach02.jpgDonnerstagmorgen: Es regnete, nein, es pisste wie aus Eimern und mein Wagen fuhr grad mal 90 km/h. Ein sicheres Indiz dafür, dass wir tatsächlich Nord-West hatten, gefühlte 8 Bft. Und der Regen hörte nicht auf. Erst auf dem Autozug entdeckte ich vereinzelt Löcher in der schnell rasenden Wolkendecke. {GALERIE} 6_lbf_tom_knuth_by_michael_.jpgJa, ich weiß, ihr könnt es nicht hören, aber es ist so: Auf der Insel schien die Sonne!
Ich fuhr gleich zur Buhne, denn offiziell liefen seit Sonnenaufgang die Heats. Aber ich hatte eine gute Entschuldigung: Mein Sonnenaufgang war ja erst vor fünf Minuten. Auf dem Parkplatz zur Buhne traf ich die ersten „alten Bekannten“. {GALERIE} 2_lbf_bb.jpgDas riesige, schwarze Mobil von Ditten und auch die meisten anderen Vehikel sieht man sonst an den Spots im Norden. Jetzt hieß es, schnell die Boardbag packen und an alles denken – bloß nicht wegen vergessenem Wax oder einer Finnenschraube den langen Weg wieder zurück müssen. Es sah aus wie erwartet: starke Strömung Richtung Süden und verblasene Schaumkronen auf den kopfhohen Wellen – nicht gerade einladend. Ein Blick auf die Heat-Tafel und ich war sofort hellwach. Ich sollte in 15 Minuten starten, mit mir unter anderem Markus Mager.

Schon das Rauspaddeln war kein Spaß. Von den vier Teilnehmern meines Heats sah ich in den nächsten 20 Minuten nur Mager, von ihm dafür aber mehr als genug. Ich war froh, als die Fahne runterging und ich am Strand hörte, dass ich weiter war. Ich dachte mir: „Soll erfüllt – was jetzt kommt, ist Bonus.“

Der nächste Tag zeigte unveränderte Bedingungen, nur das Niveau der Fahrer stieg zunehmend. So schwankten meine Gefühle zwischen Resignation und Motivation, als ich während eines Schauers eine wärmende Stärkung zu mir nahm und dabei meinen Namen zwischen dem von Jens Volquarzen und den anderen Sylter Young Guns auf der Heat-Tafel entdeckte. Das Rauspaddeln war an diesem Tag noch krasser als am Vortag. Während ich mich nach draußen kämpfte, kam mir schon der erste Mitstreiter, auf der Nase stehend, entgegen. Endlich draußen schossen mir Gedanken in den Kopf wie: „Nur eine richtig dicke Welle“, „naja, dann halt im nächsten Jahr“ oder „wie soll ich mit so schmerzenden Schultern bloß eine Welle anpaddeln.“

Ich war raus – zu Recht! Na ja, wenigstens könnte ich an den folgenden Tagen, wenn die Wellen schön würden, surfen wo und wann ich will. Am Abend stand noch ein weiteres Highlight auf dem Programm: Kinoabend. Vor den beiden Filmen, von denen Sven einen in den siebziger Jahren einem tauben LSD-Junky abgeschnackt hatte, verkürzte uns Brian die Wartezeit mit den Fotos, die er in den letzten zwei Tagen an der Buhne geschossen hatte. Es wurde geraunt, gelacht, getrunken und später wieder reihenweise gepennt.

Tag 3. Laut Wettervorhersage sollte der Wind auf Ost drehen, doch der Blick aus der Hecktür meines Wagens verriet – immer noch Nord-West, zwar nicht mehr so stark, aber eben doch onshore. Dennoch standen die Entscheidungen an: Ladys, Groms, Herren und Senioren. Es gab nicht allzu viele Überraschungen unter den Namen der Finalisten, aber dafür viele sehenswerte Finals. Mit Angelos Drop-Knee Turns, sensationellen Noserides und nicht zuletzt mit dem Unterarmstand von Tom.

Die Sieger und natürlich auch alle anderen wurden am Abend geehrt. Nach einem gemeinsamen Essen und entspannter Live-Musik wurden an die Teilnehmer kleine und größere Anerkennungen von den inzwischen zahlreichen Sponsoren verteilt.

Fazit: Eine sehr gelungene Veranstaltung und so wird auch im nächsten Jahr die erste Septemberwoche für das 8. Sylter Longboard Festival an der Buhne 16 geblockt sein. Danke, Sven!

Posted: November 15th, 2006 under BERICHTE.
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Interview mit Tony Logosz

{GALERIE} IMG_1734.jpgKite-Designer bei Slingshot

Tony Logosz wuchs in Salt Lake City auf und ist seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Skifahrer und Snowboarder. Im Sommer segelte er mit seinem Bruder Jeff ein bisschen auf dem eigenen Hobiecat und startete irgendwann erste{GALERIE} Scan388.jpg Versuche auf einem Windsurfer. Bis 1978 war Tony zwar noch felsenfest davon überzeugt, dass dieser merkwürdige Sport nicht funktionieren könne, aber nachdem ihn sein Bruder auf dem Wasser mit fetter Action beeindruckte, fand auch Tony die ganze Sache ziemlich cool, probierte sein Glück und blieb dabei. Da es zu jener Zeit noch keine Customboards gab,{GALERIE} Wilson_Nomotu2.jpg baute sich Tony 1979 sein erstes Board kurzerhand selbst. Als er merkte, dass es ziemlich gut fuhr, musste er auch seinem Bruder ein Board bauen, dann einem weiteren Freund und schließlich wurde sein inoffizieller „Boardbau für Freunde” zu einem kleinen Business, den Tony und {GALERIE} DSC_0017.jpgJeff „Velocity Customs” nannten. Da sie Schwierigkeiten hatten, den Schaum für die Boards zu bekommen, bauten sie die Boards anfangs hohl. Dank eines Kumpels, der sich mit Design und Konstruktion auskannte, lernten sie schnell, wie man ein Board richtig zeichnen muss, damit es {GALERIE} aufmacher_doppelseite_whitn.jpgeinen guten Shape bekommt. Schon bald modellierten die beiden Brüder alle möglichen Boards und produzierten von Jahr zu Jahr immer mehr. 1985 setzte sich Tony mit einem kleinen, eigenen Projekt von Velocity ab. Sein Ziel war es, ausschließlich Customboards zu fertigen. Velocity wuchs den beiden Brüdern zu jenem Zeitpunkt über den Kopf. Als sich auch noch ein {GALERIE} Scan389.jpgfindiger Marketing-Hai mit ihrer Kohle absetzte und Jeff auf dem Trockenen sitzen ließ, merkten die beiden, dass sie mit ihren 22 Jahren noch ziemlich jung für dieses Business waren. Also zog Jeff nach Oregon und Tony arbeitete weiter an seinem Projekt, für das er mittlerweile auch an Wakeboards herumexperimentierte.

Kurze Zeit später brachte er das erste TwinTip-Wakeboard auf den Markt. Hatte er bei den Customboards noch alles per Hand gezeichnet und errechnet, fing er bei den Wakeboards nun an, mit dem Computerprogramm AutoCad zu arbeiten und die Boards mit dem Computer zu berechnen. Nun war der Sprung zum Kiteboardbau nicht mehr weit. Ein Freund von Tony hatte bereits in den 80er Jahren mit Ski-Kites experimentiert. Als der Kitesport anfing richtig in die Gänge zu kommen, reagierte Tony sofort und baute seine ersten Kiteboards. Die Nachfrage stieg und neben den bisherigen Customsurfboards wurden unter Tonys wachsamem Auge nun auch Kiteboards geshaped. Bei seinen bisherigen Kunden stieß dieser neue Zweig allerdings auf weniger gute Resonanz, da man den Kitesport eher argwöhnisch begutachtete. Also gründete Tony kurzerhand eine neue Firma, die er „Slingshot Kiteboarding” nannte.

FM: Was bedeutet „Slingshot“?

TL: Es bedeutet „Steinschleuder“, denn das ist so ungefähr das Gefühl, was man hat, wenn man mit einem Kite auf dem Wasser ist: Man wird förmlich durch die Luft katapultiert. Mein Bruder hatte zu jener Zeit eine kleine Vermarktungsagentur, die alle möglichen Windsurfmarken betreute. Da Windsurfen aber ein wenig abknickte, dachten wir, dass er mit Kiteboarden evtl. mehr Erfolg haben würde. Irgendwann kamen wir auf die Idee, seine Firma „outside sports“ zu kaufen und damit Slingshot zu vergrößern. So fingen wir mit vier Jungs an, Slingshot zu vermarkten.

FM: Zu der Zeit habt ihr aber keine Kites gebaut, oder?

TL: Nein, keine Kites.

FM: Wer hat denn damals Kites gebaut?

TL: Flexifoil machte Kites und wir fügten das Board und die Bar hinzu. Von Kites hatten wir keine Ahnung. Es gab keinen Kite-Designer. Unseren ersten Kite, den Slingshot Stealth, designten wir zusammen mit einem uns bekannten Windsurf-Segel-Designer – es war der schlechteste Kite, den wir je gemacht haben. Völlig out of control. Aber während ich versuchte, die Probleme an unserem Kite zu verbessern, lernte ich mehr und mehr über Kites. Irgendwann kam man dann auf den Trichter, einen Inflatable zu entwickeln.

FM: Warst du also der Erfinder der Inflatable-Kites?

TL: Nein, Bruno hatte das Patent auf das Design. Ich bin einfach nur früh genug dabei gewesen, dass ich genug lernen konnte.

FM: Habt ihr dann noch weiter Surfboards gemacht?

TL: Irgendwann haben wir damit aufgehört und uns ausschließlich auf Kiteboards konzentriert. So wuchs Slingshot. Es ist authentischer, wenn man sich nur in eine Richtung bewegt. Bei mir steckt da außerdem eine Menge Leidenschaft dahinter, auch wenn ich gerne Snowboard und Motorcross fahre oder mal surfen gehe. Jeff und ich wollten eine Freeride-Company und keine Competition-Company. Slingshot hatte also coole Rider, die den Sport erfunden hatten und dennoch die Contests mitgefahren sind. Wir haben ein super Team aufgebaut, das durch seine Freeride-Manöver eine Menge cooler Moves erfunden hat. So kam zum Beispiel auch der Kiteloop zustande und die neuen Kites wurden entwickelt. Es ist immer der Riding-Style der Fahrer, der den Kite designen wird. Wenn man etwas Bestimmtes mit dem Kite machen will, wird das Design auch in die entsprechende Richtung gepusht. Das ist wie mit Skiern. Wenn man Freestyler ist, holt man sich entsprechend dicke Powderlatten – wenn man Racer ist, holt man sich einen Ski, der gut für schnelles Downhill-Fahren geeignet ist. Früher hatte man das natürlich alles nicht. Aber heute wird alles in Kategorien eingeteilt. Es gibt daher auch keinen falschen oder richtigen Kite. Man muss sich nur seine Kategorie suchen, in der man sich mit dem Kite bewegen möchte. Und das ist es eigentlich auch schon, was man über Slingshot sagen kann. Slingshot ist immer noch eine ziemlich coole Firma mit sehr guten Freeridern und Teamfahrern.

FM: Ihr habt eure Marketingrichtung ziemlich geändert, oder? Früher wart ihr noch hardcore unterwegs. Ich hab’ da ein paar interessante Videos eurer damaligen Teamfahrer gesehen …

TL: Ja, so waren das Team und das Image zu jener Zeit. Heute ist das etwas anders. Die Teamfahrer sind leidenschaftlicher ihrem Sport gegenüber und sind aus dieser Partyszene rausgewachsen. Sie sind mehr auf der Suche nach guten Wellen und perfekten Bedingungen. Früher war Kiteboarden für sie einfach ein cooler Sport, wo sie ein paar Beachbums abgreifen konnten und am Strand abhingen. Heute sind sie einfach leidenschaftlicher und ernster, immer auf der Suche nach dem besten Spot der Welt. Sie pushen die Limits immer weiter und gehen mehr und mehr in die Wellen, was du ja auch auf unserem neuen Video sehen kannst. Wir machen unsere Produkte nicht immer billiger und billiger, sondern besser und besser – das verkörpert Slingshot.

FM: Was denkst du über die Entwicklung auf dem Kiteboard-Markt, bei der Firmen dem Markt in den Arsch treten wollen, indem sie immer billiger ihre Sachen verkaufen?

TL: Naja, diese Brands haben halt eine ganz andere Marketingstrategie. Sie wollen hauptsächlich über das Internet eine fette Menge verkaufen und generieren da auch eine Menge neuer Leute. Aber ich bin der Meinung, dass es sehr schwer ist, gute Produkte zu einem Scheiß-Preis zu entwickeln. Klar ist der Kite-Markt hart. Da kann man auch mal Pech haben. So wie wir: Wir hatten mal ein Fiasko mit unserer Bar. Ich habe die Bar getestet und getestet und sie war einfach super. Dann haben wir sie in Produktion gegeben und sie danach verschickt. Kurze Zeit später brach die Bar und hatte alle möglichen Reklamationen. Wir fanden heraus, dass die Chinesen in der Produktion das Material geändert hatten, ohne uns das mitzuteilen. Das war natürlich blöd, aber es kann passieren. Wenn es passiert, ersetzen wir die Bars natürlich ohne Umschweife und sind kulant. Es ist ja nicht der Fehler der Rider, unser aber auch nicht. Ohne Service kommst du bei den Kunden nicht an. Bei anderen Brands kann es schon mal passieren, dass der Kunde unter Umständen auf seinem Material sitzen bleibt. Es gibt bestimmt eine Menge guter Kites da draußen, die auch nicht sonderlich teuer sind. Aber wir wollen bei Slingshot am oberen Ende der Qualitätsskala Produkte entwickeln und sind deshalb auch am oberen Ende der Preisrange.

FM: In welche Richtung wird sich Kiten deiner Meinung nach entwickeln?

TL: Meiner Meinung nach wird die Entwicklung stark dem Style der jungen Fahrer folgen. So wie sie fahren, entwickelt sich der Markt. Es sind nicht die Hersteller, die sagen, was kommen wird. Es sind die Bedürfnisse der Fahrer, die den Ton angeben. Für uns ist es das Wichtigste, den Teamfahrern zuzuhören. Wenn sie uns sagen, dass sie mit dem Zeug, was wir entwickeln, nichts anfangen können, brauchen wir es gar nicht auf den Markt zu bringen.

Posted: November 15th, 2006 under BERICHTE.
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Back to the roots

{GALERIE} 3_Hamilton-Laird02.jpgWir alle kennen Laird. Laird den Windsurfer, Laird den experimentellen Kitesurfer und vor allem Laird, den Big-Wave-Surfer. Laird Hamilton ist schon zu Lebzeiten eine Legende und das vor allem dank seiner wagemutigen Grenzerfahrungen auf dem Wasser, die wir alle paar Monate der Surfpresse entnehmen können. Nicht zuletzt war es auch Laird Hamilton, der 1991 mit {GALERIE} 3_Hamilton-Laird01.jpgseinem Kumpel Dave Kalama die Welle von Peahi entdeckte, die heute den Namen „Jaws“ trägt. „Jaws” ist ein echtes Monster, das nur wenige Tage im Jahr mit unglaublicher Gewalt und Größe zum Leben erwacht. Nur hervorragende Surfer können sich mit dem Jetski in die Welle von Peahi ziehen lassen. Laird hat diese Form des Tow-ins auf einen Level gebracht, der nur schwerlich von {GALERIE} 3_4_Hamilton-Laird03.jpgNachahmern erreicht werden konnte. Doch Laird hat keine Probleme damit, weiterhin für Surfsensationsnachschub zu sorgen. So wird der 17. August 2000 für immer in die Surfgeschichte eingehen, denn an diesem Tag überschritt Laird wieder die Grenzen des bis dahin Möglichen und surfte die Welle von Teahupoo auf Tahiti. „Teahupoo“ ist eine der urgewaltigsten Wellen der Erde. {GALERIE} 1_2_Hamilton-Laird04.jpgSie bricht auf einem Korallenriff, das höher liegt als der Strand. Ihre fast quadratische Form und die Geschwindigkeit ihrer Drehbewegung machen sie zu einer Bestie. Auch dieses Monster bat Laird Hamilton in die Knie.

Man sollte meinen, dass Mr. Hamilton {GALERIE} 5_Canoe.jpgdie Ideen ausgehen und er langsam, aber sicher ruhiger werden würde. Aber dem ist nicht so. Im Gegenteil: Laird geht wieder zurück in der Geschichte des Big-Wave-Surfens und bringt alte Traditionen auf einen neuen Level. Wo Greg Noll in den fünfziger Jahren erste Schritte auf seinem Longboard in den Monsterwellen des Northshores auf Hawaii machte, knüpft Laird nun an. Sein neuester Clou: Paddle-in-Big-Wave-Surfen. Nicht aber auf einem Shortboard, sondern Noll-alike auf einem elf Fuß langem und über vier Inch dickem Board mit einem Paddel, ähnlich dem eines Kanus, in der Hand. „Alles klar“, könnte man denken, „Paddle-in kennt man ja. Das ist gut für den Rücken und eine ganz entspannte Form des Surfens.“ Nicht so bei Laird Hamilton. Denn natürlich treibt Mr. Big Wave den Sport wieder bis ins Extreme und paddelt die haushohen Wellen stehend auf seinem Longboard alleine an. Bevorzugt ist natürlich sein Lieblingsspot Jaws. Und so hat Laird Hamilton es wieder einmal geschafft, die Grenzen des Extremen zu brechen und sich damit in die Weltpresse zu bringen, dass er atemberaubende Surfaction zeigt, die niemand so schnell nachahmen wird. Denn auch ein Greg Noll würde sich so einen Wahnsinn zweimal überlegen.

Posted: November 15th, 2006 under BERICHTE.
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