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Archive for Juni, 2006

RIP CURL Girls Tour - presented by DAVIDOFF

{GALERIE} ripcurlgirl2.jpgMädels, es geht wieder los! Auch in diesem Sommer könnt ihr wieder an zwei Terminen mit Rip Curl und Davidoff surfen lernen. Am 5./6. August 2006 findet in der Surfschule Westerland auf Sylt und am 9./10. August im Alpamare in Bad Tölz die RIP CURL GIRLS TOUR presented by DAVIDOFF statt.
Bereits im letzten Jahr war die Tour ein Riesenerfolg. Über 330 Teilnehmerinnen im Alter von zehn bis 59 Jahre meldeten sich an, um in der Sylter Brandung oder dem Endless Peak in Bad Tölz ihren ersten Wellenritt zu starten. Mit von der Partie war im letzten Jahr Rip-Curl-Teamriderin und Model Elise Garrigue, die den Anfängerinnen gute Tipps gab und geduldig jede Menge Fragen beantwortete. „Die Girls Go Surfing Days sind eine einmalige Möglichkeit für die Mädchen, ins Surfen hineinzuschnuppern. Ganz ohne Männer haben die Mädchen oft mehr Spaß und ich freue mich, wenn ich sie zusätzlich motivieren kann”, freute sich die Prosurferin. Auch für dieses Jahr hat Elise ihr Kommen bereits angekündigt. Zusammen{GALERIE} ripcurlgirl2.jpg mit einem Yoga-Lehrer können die Mädchen nach den harten Surfsessions ein wenig entspannen. Im Rip-Curl-Girls-Tour-Bus sorgt ein Musiker für das entsprechende Warm-up der Girls. Auf der abendlichen Party darf dann ausgelassen getanzt, gelacht und gefeiert werden. Als Dankeschön gibt es am Ende der RIP CURL GIRLS TOUR für alle Teilnehmerinnen eine kleine Überraschung vom Veranstalter.
In Bayern läuft das Event ähnlich ab, jedoch nicht unter freiem Himmel. Das Alpamare in Bad Tölz bietet nämlich eine künstliche Welle, in der 365 Tage im Jahr gesurft werden kann. Eine witzige Alternative für alle, die zu weit entfernt vom Strand wohnen. Neben einer kurzen Theorieeinführung und Verhaltensregeln für das Wellenreiten im offenen Meer geht der Spaß im künstlichen Peak los. Auch in Bad Tölz wird den ganzen Tag gesurft und am Abend gefeiert. Erst bei den ausgelassenen Partys dürfen die Herren wieder dazustoßen, denn vorher heißt es „Girls only“!

Wer Interesse hat, in diesem Sommer unter professioneller Anleitung und mit vielen anderen netten Mädels seine ersten Surfversuche zu starten, der sollte sich schnell unter girlsgosurfing@ripcurl.de anmelden, denn die Plätze für die Teilnehmerinnen sind begrenzt.
Eine extra Chance bekommen alle Leserinnen des Free-Magazins: Wir verlosen drei Plätze bei den RIP CURL GIRLS TOUR presented by DAVIDOFF! Einfach eine E-Mail an kalle@free-magazin.de schicken und mit etwas Glück bist du dabei!

Posted: Juni 19th, 2006 under SURF, EVENT-BERICHTE, BERICHTE.
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One Shot - Mike Rose

{GALERIE} mikerose1.jpgMike ist einfach mal abgehauen. Raus aus Deutschland und dem Berufs-Einerlei. Geflohen vor dem hippen Partygequatsche, den Stylo-Möchtegern-DJs und -VJs, dem coolen Großstadtflair. Jetzt wohnt Mike an der Algarve und hat das Leben gefunden, nach dem er schon immer gesucht hat. Mit Freundin Mie-Sook, der kleinen Tochter Julie und Hündin Masha wohnt der 31-Jährige zwischen staubigen Straßen und temperamentvollen, portugiesischen Bars und fühlt sich zum ersten Mal frei von deutschen Neidern, unsinnigen Zwängen und dem unerträglichen Alltagsgrau. In Portugal hat der Fotograf vor zwei Jahren seine neue Heimat und gleichzeitig eine neue berufliche Herausforderung entdeckt. „Hier unten stimmt einfach alles. Das Land, das Licht und natürlich die Wellen. Ich kann hier einfach unter besten Bedingungen meinen Beruf ausüben und mit meiner Familie leben.“
{GALERIE} mikerose2.jpg Den beruflichen Durchbruch hatte Mike damals in Deutschland durch die renommierte Musikproduktionsfirma BMG geschafft. Nachdem er in Nordrhein-Westfalen an einer privaten Kunstakademie Fotodesign studiert hatte, holte ihn ein Freund mit guten Kontakten in die Musikbranche nach München. Dort zeigte Mike sein Portfolio und bekam bald einen ersten Auftrag von BMG. Shootings mit Rappern wie Kool Savas, Raptile und dem legendären Pimp-Star Xzibit erwarteten ihn in der ganzen Welt. Durchgemachte Nächte und sinnfreie Diskussionen mit exzentrischen Musikern standen auf der Tagesordnung. Kein Leben für die Dauer.
Irgendwann packte er seine Sachen und machte sich auf seine ganz persönliche Suche nach den besten Shots. In Brasilien, Indonesien, Marokko, Peru und Kalifornien lernte er einen Lebensstil kennen, der ihn in seinen Bann zog. Surfen, fotografieren und die Zeit mit Menschen verbringen, die eine ähnliche Passion haben – so machte das Leben mehr Sinn. Einen ersten Versuch machte Mike 1998 auf Fuerteventura, doch die Insel passte ihm nicht: in seinen Augen zu viel Gehabe und Surf-Snobismus. Zurück in Deutschland schmiedete Mike weitere Auswanderungspläne mit seiner Freundin, Chefbookerin in einer deutschen Modelagentur. Die beiden brauchten für ihre Entscheidung nicht lange. Kurze Zeit nach Mikes Rückkehr aus Fuerteventura zogen die beiden nach Lagos. Ihre Kunden nahmen sie einfach mit. „Es gab hier unten keine professionelle Fotoagentur und wir konnten diese Nische ausfüllen“, erinnert sich Mike. Mittlerweile ist das zwei Jahre her. Töchterchen Julie ist gerade eingeschult worden. „So schnell werden wir nicht nach Deutschland zurückgehen. Dafür ist es hier einfach zu optimal. Wir haben einen unglaublich guten Freundeskreis aus Belgiern, Spaniern und {GALERIE} mikerose3.jpgEngländern, die alle hier leben, um ihr Ding zu machen. Das passt mit unserem Leben gut zusammen. Wir haben unseren Spaß.” Ein paar gute Rides am Tag, ein Barbecue im Garten und danach ein Bierchen in der Bar – das reicht Mike schon. „Ich brauche keine Endlos-Party. Das alles hier macht mich sehr glücklich.” Eben dieser Freundeskreis ist es auch, mit dem Mike seine meisten Surfbilder produziert. Mike surft selbst, aber wenn das Licht stimmt, bleibt er auch mal am Strand, um die Shots in den Kasten zu bekommen. „Man muss in Portugal für gute Action-Surfbilder als Fotograf nicht mit ins Wasser. Wir haben hier so viele Beachbreaks, die von allen Seiten zugänglich sind, dass die Bilder vom Strand aus meist besser werden. Dann haben wir hier kaum Pointbreaks und man schwenkt mit der Kamera einfach hierhin und dorthin.” Diese Bilder werden entweder von einer Bildagentur in Hamburg, „Picture Press”, vermarktet oder aber sie landen direkt auf der eigenen Webseite www.prosurf-algarve.com. Die Webseite ist das jüngste Projekt von Mike. Zusammen mit einem Freund baut er hier ein Informationsnetz für alle Surfer und Surfinteressierte an der Algarve und in Deutschland auf. Leben lässt es sich von der Vermarktung der Seite allerdings noch nicht. Aber für den Lebensunterhalt hat er ja noch seine professionellen Aufträge, die zum Beispiel von Streetwear-Magazinen aus {GALERIE} mikerose4.jpgDeutschland kommen. „Der einzige Nachteil meiner Arbeit vor Ort ist, dass Portugal ein armes Land ist und daher die Zahlungsmoral von portugiesischen Kunden manchmal zu wünschen übrig lässt.” Dennoch lässt es sich auch an der Algarve gut leben. Eine Produktionsfirma heuert Mike manchmal als Kameramann an. Ansonsten macht er Fotos, Fotos, Fotos. „Wir machen viel on Stock. Meine Freundin ist dabei die Produktionsleiterin und koordiniert alles.” Nächste Woche steht ein Dreh mit einigen bekannten Sportlern an. Doch auch an der Algarve ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch als ansässiger Deutscher beäugt er die Surfer argwöhnisch, die den Spaß am Surfen und den Spirit des Sports gerne mal vergessen. Dazu befragten wir Mike genauer:

MR: Es gibt auch in Portugal Menschen, die einem die Welle nicht gönnen. Das ist natürlich ärgerlich, aber denen kann man mit Logik wie „ich bin Surfer, du bist Surfer“ nicht kommen. Ein bisschen kann ich das auch verstehen. Die meisten haben nichts anderes und profilieren sich nur über das Surfen. Ich persönlich habe zwar durch die Fotografie meist einen guten Draht zu den Jungs, aber wenn man bei besten Wellen da hinkäme und sich die ersten Wellen schnappt, kann man davon ausgehen, dass es massiven Ärger gibt. Vor zehn Jahren war es noch schlimmer. Da wurden Reifen zerstochen und Leute vom Wasser gescheucht. Ich denke immer, warum soll ich mich um eine Welle streiten? Ich will meinen Spaß haben und wenn schon zehn Leute im Wasser sitzen, muss ich da nicht auch noch hin. Man sollte froh darüber sein, dass man den Sport überhaupt ausüben kann, anstatt Stress zu produzieren. Das ist meine Meinung. In dieser Gegend sind es häufig Spanier, die am Wochenende hier rüberkommen und dann einen auf dicke Hose machen. Sie denken einfach, dass sie die ganze Woche gearbeitet haben und jetzt am Wochenende Spaß haben wollen. Rücksicht nehmen sie nicht.

FM: Ist der Lokalismus stärker als an anderen Spots dieser Erde?
MR: Das kann man so nicht sagen. Ich habe Geschichten von Leuten aus Santa Cruz in Kalifornien gehört, die erzählten, dass du dein Brett gar nicht erst zu Wasser lassen brauchst, wenn du nicht aus der Ecke kommst. Da gibt es richtig Stress.

{GALERIE} mikerose5.jpgFM: Für das so genannte „entspannte Surfer-Leben“ klingen solche Szenarien ziemlich unentspannt.
MR: Absolut. Ich finde sowieso, dass das Imponiergehabe immer schlimmer wird. Meiner Meinung nach liegt diese Entwicklung stark an den Surfmagazinen, die von Horrorgeschichten von Hawaii berichten, wo sich Leute im Wasser um die Welle prügeln. Wenn die Locals hier so etwas lesen, kann ich mir vorstellen, dass sie sich
denken, „bei uns ist das ja noch ziemlich harmlos – vielleicht sollten wir uns auch mal besser präsentieren und unsere Vormachtstellung deutlicher machen“. Das ist natürlich völliger Schwachsinn, denn gerade die Einheimischen leben von den Touristen. Die größten Locals haben die größten Surfgeschäfte. Dieser Zusammenhang geht nicht in meinen Kopf. Da stehen die am Vormittag in ihrem Laden und verkaufen den Touristen ein Board, um sie am Nachmittag lauthals auf dem Wasser zu beschimpfen. Das habe ich wirklich schon gesehen. Ein Bekannter von mir hat sich eine Stunde in einem Laden beraten lassen und dann schließlich für viel Geld ein Brett gekauft. Als er den Typen, der ihn so bombig beraten hatte, Stunden später auf dem Wasser traf, hat der ihn noch nicht mal gegrüßt!

FM: Mit ’ner Ameise geknobelt und das Gehirn gewonnen …
MR: Aber dieses Phänomen und aggressive Leute findet man in allen Sportbereichen. Ich glaube das Problem wächst, weil immer mehr Leute Wassersport ausüben und im Wasser sind. Ich kann die Leute verstehen, die vor zehn Jahren noch alleine auf dem Wasser waren und sich nun am Wochenende zwischen Tausenden wiederfinden. Natürlich nervt das. Aber wenn sie eine Surfschule haben oder einen Surfladen, müssen sie davon ausgehen, dass diese Menschen mit ihren Brettern ins Wasser gehen.
FM: Surfen erlebt ja zurzeit einen Hype. Jeder ist ein „Surfbabe“ und rennt mit einem Brett unter dem Arm herum. Nervt dich das?
MR: Nein, eigentlich nicht. Viele tragen ein Surf-T-Shirt und gehen einmal im Leben in ein Surfcamp, wo sie eine Woche lang surfen, aber sie verfolgen den Sport nicht. Surfen ist harte Arbeit. Bis man richtig gut surfen kann, dauert das seine Zeit. Die meisten hören damit wieder auf, weil es ihnen zu mühselig ist. Und diejenigen, die ein Posergehabe entwickeln und sich nur über die Marke ihrer Boardshorts profilieren, sollte man nun wirklich nicht ernst nehmen. Ich war einmal in Indonesien – am Strand und auf dem Wasser posten die Leute mit ihrem neuesten Material herum. Als der Swell wirklich richtig, richtig groß wurde, tauchten auf einmal vier Australier um die 50 auf. Bauchansatz, Uralt-Lycra und Bretter aus der Steinzeit, aber sie sind da rausgepaddelt und das war cool. Das macht den Spirit des Surfens aus. Man muss nicht sein Auto mit Surfstickern voll gepappt haben oder sich wie ein Surfer kleiden, um einer zu sein. Das ist albern. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieses Phänomen hauptsächlich in der Shortboardkultur auftritt. Die Kids werden leider auch stark von den Videos angeheizt. Vergleich mal eine Shortboard- mit einer Longboard-DVD! Schon allein die Musik macht das Shortboard-Video viel aggressiver. Ein Longboard-Video ist viel freundlicher und relaxter. Wahrscheinlich hat das auch etwas mit dem Alter zu tun. Ich kann mit meinem Egg auch den Pulk im Line-up umgehen, indem ich weiter ab liege. Alles andere macht das Surfen nämlich stressig!
FM: Merkt man als Surf-Fotograf den Unterschied zwischen Long- und Shortboardern?
MR: Ja, schon. Früher habe ich am Strand Flyer verteilt und da merkte man, dass sich die Shortboarder, oftmals die jüngeren, vor der Kamera profilieren wollten. Heute mache ich ausschließlich Fotos mit meinen Freunden. Dann verabreden wir uns am Strand und machen die Bilder, was auch wesentlich besser funktioniert, weil man sich ja nur auf einen Surfer konzentriert. Den anderen auf dem Wasser wird ziemlich schnell klar, dass man nur den einen Surfer fotografiert.
Auch wenn der Lokalismus manchmal nervt und die Zahlungsmoral der portugiesischen Auftragsgeber zuweilen schwächelt – Mike bleibt in Portugal. Es gibt eben einmalige Momente: Morgens bei aller Herrgottsfrühe allein aufs Meer hinauspaddeln und die erste portugiesische „Guten-Morgen-Welle” abreiten …

Weitere Infos über Surfen an der Algarve www.prosurf-algarve.com
Weitere Infos über Mike www.mie-sook.com

Posted: Juni 19th, 2006 under SURF, BERICHTE.
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Tasmanian Devil - Billabong XXL Global Big Wave Award

{GALERIE} billabongxxl1.jpgZwei Wochen vor dem Stichtag für den 2006 Billabong XXL Global Big Wave Award, präsentiert von Monster Energy, haben eine Hand voll der weltbesten Surfer am 11. März 2006 die monströsen Wellen an der südlichen Spitze von Tasmanien bezwungen. Der Swell erreichte an jenem Tag bis zu fünf Meter, als sich der dreimalige Weltmeister Andy Irons, die ehemalige Nummer 2 der Weltrangliste, Joel Parkinson, der junge Australier Laurie Towner, Dylan Longbottom und Brendan Margieson in den legendären Break vor Shipsterns Bluff begaben, einen Righthander, nach dem riesigen Riff benannt, das sich vor dem Break aufbaut.

{GALERIE} billabongxxl2.jpgNun werden die Bilder und Videos dieser Session auf jeden Fall für ordentlich Unruhe bei den derzeitigen Teilnehmern in den „Monster Tube“- und „Monster Paddle In“-Kategorien der Billabong XXL Awards sorgen. Bei diesen drei Events werden jährlich die besten Big Wave-Surfer gekrönt. Die meisten Teilnehmer kommen aus Ländern mit richtig dickem Swell wie Hawaii, Mexiko, Kalifornien und Tahiti. Doch nun, indem diese Session vor Tasmanien auf Video und Foto gebannt wurde, wird auch Australien fest bei der Kompetition repräsentiert werden …
Andy Irons, der sich gerade auf der ersten Etappe der Professional Tour in Australien befand, freute sich riesig, die Billabong Adventure Division Crew einen Tag zu begleiten, und zeigte wieder einmal seine Skills, als er mit vollendeter Leichtigkeit die Monsterwellen bezwang. Die Billabong Adventure Division wurde von{GALERIE} billabongxxl3.jpg Brendan Margieson ins Leben gerufen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, große Wellen in Australien zu finden und zu surfen. Selbst Andy Irons, der im letzten Jahr heftige Sessions auf Hawaii und Teahupoo hatte, nennt Shipsterns „die Mutter aller bösen Wellen“. Der 19-jährige Towner setzte dem Ganzen allerdings noch die Krone auf, als er die bisher größte Welle in Shipsterns und gleichzeitig seine allererste Welle an diesem Spot ohne „Personal Water Craf Assistence“, also ohne Jet-Ski, anpaddelte und gekonnt abritt. Irons, der ihn dabei beobachtete, sagte hinterher, dass die Welle mindestens fünf Meter hoch war und man bequem einen Doppeldecker durch die Mitte hätte fahren können. Dieser Ride brachte dem Jungen eine Nominierung neben den besten Big Wave-Surfern der Welt für die „Billabong XXL Monster Paddle In“-Kategorie, dotiert mit 10.000 US-Dollar.
{GALERIE} billabongxxl4.jpg Es war für Towner ein absolutes Highlight seiner jungen Karriere, neben den Helden seiner Kindheit, Irons, Parkinson und Longbottom, zu surfen. Derzeit wird Towner als einer der heißesten Kandidaten gehandelt, der in den kommenden Jahren von den Australian Junior Ranks emporsteigen wird. Derzeit belegt er bei der ASP Australian Junior Serie Platz 4. Seine jungfräuliche Shipsterns Session wird er in jedem Fall nicht so schnell vergessen.
Auch Parkinson, der bereits zum zweiten Mal an diesem Break surfte und nur eine Woche zuvor Tow-ins in gewaltigen Wellen an der Gold Coast riskiert hatte, bewertete den Spot als einen der schwersten Australiens. Parkinson erlitt während der Session den schlimmsten Wipe-out des Tages, als eine Zwölf-Fuß-Welle mit den Ausmaßen eines fünfstöckigen Gebäudes close out über ihm zusammenstürzte und ihn Richtung Felsen mitriss. Nachdem sich der 24-Jährige jedoch von dieser Tracht Prügel erholt hatte, punktete er noch durch einen einzigartigen Tube-Ride in einer der größten Barrels des Tages.
{GALERIE} billabongxxl5.jpg Für den Australier Longbottom war es eine fast identische Session im Vergleich zu seinem Barrel-Ritt von vor zwölf Monaten, als er den Billabong Monster Tube Ride Award für sich entschied. Damals war er der einzige Australier in diesem Contest. Der Surfer und Shaper hat sich im letzten Jahr einen guten Ruf gemacht und ist mit der Billabong Adventure Division zu den verrücktesten Spots in Australien gereist. Mit den Fotos, die in der diesjährigen Session geschossen wurden und noch von der XXL-Jury ausgewertet werden, hat Longbottom gute Chancen, auch in diesem Jahr den heiß begehrten Preis von 5.000 US-Dollar zu gewinnen.
Der Kalifornier Brad Gerlach aus San Diego hat den Billabong XXL Global Big Wave Award für sich entschieden, als er bei Todos Santos Island, in der Nähe von Endenada in Mexiko, eine spektakuläre 68-Fuß-Welle abritt. Für diesen Ritt erhielt die charismatische Frohnatur einen Scheck über 68.000 US-Dollar – 1.000 US-Dollar pro Fuß. „Als ich diese Welle bekam, hatte ich noch gar nicht richtig realisiert, wie groß sie eigentlich war“, sagte Gerlach. „Der Swell wurde im Laufe des Tages immer größer und für mich sollte das die letzte Welle des Tages werden, also hoffte ich einfach nur, dass ich überhaupt eine bekommen würde. Als ich aus der Welle kam, drehten alle völlig durch … Man weiß eben nicht, wie groß die Welle wirklich ist, wenn man in ihr ist. Ich habe schon oft Todos Santos gesurft, aber jener Tag war der beste, den ich dort jemals erlebt habe.“
Der Monster Paddle Award für die größte, eigenständig angepaddelte Welle ging an den Chilenen Diego Medina aus Bellavista. Er hatte südlich von Santiago in Chile, am Punta Lobos Point in Pichilemu, eine riesige Welle erwischt und erhielt dafür einen Scheck über 10.000 US-Dollar.
Den Monster Tube Award erhielt Shane Dorian, der in Teahupoo eine gigantische Tube backside absurfte.
Über 2.000 VIPs und die, die es gerne wären, hatten Gerlach bei der Übergabe des Billabong XXL Awards geehrt. Die Siegerehrung fand im Grove Theater in Anaheim, Kalifornien, statt.

Mehr Bilder und Infos bekommst du unter www.billabongxxl.com

Posted: Juni 19th, 2006 under SURF, EVENT-BERICHTE, BERICHTE.
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Wild Wild West

{GALERIE} wilwildwest1.jpgJericoacoara ist in aller Munde. Ob nun Freestyle-Pros oder Wave-Einsteiger, seit der Entdeckung des Spots 1999 zieht es jedes Jahr mehr und mehr Windsurfer an diesen Spot im Norden Brasiliens. Im Dezember 2005 machte sich ein internationales Dreamteam auf den Weg, diese Oase für Windsurfer genauer zu erkunden!

Als mich Anfang Dezember Nathalie von der Surf & Action Company aus München anrief, hatte ich meinen Frieden mit einer Überwinterung im kalten Deutschland eigentlich schon gemacht. „Hast du Lust, nach Brasilien zu fliegen?“ Das ist eine Frage, die man sich nicht zwei Mal stellen lassen sollte! „Ich bin dabei!“, schoss es aus mir heraus. Bereits eine Woche später saß ich im Flieger Richtung Brasilien. Mit mir an Bord ein Dreamteam der internationalen Windsurfpresse: Lord Gary von Boards UK, Josh von Windsurfer USA, Arnaud vom Planchmag Frankreich, Mart von Motion Holland und Julian Schlosser als Fotograf.

{GALERIE} wilwildwest2.jpg Mit der TAP Air Portugal landeten wir in Fortaleza. Von dort aus hat man zwei Möglichkeiten nach Jeri zu kommen: Der erste Weg ist ein 4×4-Jeep, um die restlichen 300 Kilometer zurücklegen. Die ausgebaute Straße endet allerdings rund 100 Kilometer vor Jeri, sodass die letzten eineinhalb Stunden direkt an der Wasserkante am Strand und durch Dünen fahrend wirklich ein Erlebnis sind. Dieses Vergnügen hatten wir allerdings erst auf der Rückreise. Auf dem Hinweg wurden wir standesgemäß mit einem Helikopter nach Jericoacoara geflogen. Und wer ein bisschen Knete übrig hat, sollte sie an dieser Stelle investieren! Auf dem einstündigen Flug entlang der Küste kann man nicht nur Fortaleza von oben sehen, sondern auch die atemberaubende Landschaft und die endlosen Strände besonders gut entdecken. Dass Fliegen die weitaus komfortablere Alternative ist, brauche ich an dieser Stelle nicht zu erwähnen. In Jericoacoara angekommen, landet man direkt auf dem Strand. Das sieht nicht nur wichtig aus, es fühlt sich auch wichtig an und spätestens in diesem Moment hat sich die Kohle gelohnt …

{GALERIE} wilwildwest3.jpg Jeri ist eigentlich eine alte Fischersiedlung an der Nordostküste Brasiliens, genauer gesagt in Ceará, knapp unterhalb des Äquators. Was sich wie ein fruchtiger Sundowner auf Eis anhört, ist in Wirklichkeit das Paradies. Hier hatte Gott während der Schöpfung extrem gute Laune. Die Sonne scheint 15 Stunden am Tag, die Atmosphäre ist entspannt, das Wasser warm, das Essen lecker, die Preise günstig, die Menschen freundlich, der Wind bläst konstant zwischen 20 und 30 Knoten und die gemäßigten Wellen hören nicht auf, an den blendend weißen Strand zu rollen. Mein erster Eindruck? Windsurfers-Paradise!

Das Letzte, was man in Jericoacoara benötigt, ist ein Neoprenanzug, das Erste, was man sich vor Abflug in rauen Mengen einpacken sollte, Sonnencreme. Ob nun aus reiner Gewohnheit oder blinder Ignoranz, ich hatte es in diesem Jahr genau andersherum gehalten. So fand ich mich Mitte Dezember in einem Paradies mit dem nach Kokosnussrum und Ananasscheiben klingenden Namen Jericoacoara in Brasiliens Norden wieder, musste jedoch feststellen, dass ich in typisch deutscher Manier falsch gepackt hatte und nun mit zwei Paar langen Jeans (für die „kalten” Nächte) und einem 3/2-Neoprenanzug (gegen das kalte Atlantikwasser) bei knapp 32 Grad im Schatten und 27 Grad Wassertemperatur unter Palmen stand. „Wetter”, dachte ich da so bei mir. Ein kleiner Tipp am Rande: Für zwei Wochen Jeri reichen drei Boardshorts, fünf T-Shirts und ein Trapez. Mehr brauchst du wirklich nicht!

{GALERIE} wilwildwest4.jpg Obwohl Jeri bereits vor knapp 15 Jahren von ein paar verrückten Backpackern entdeckt wurde, ist die touristische Entwicklung dank seiner schwer zugänglichen Lage noch relativ entspannt verlaufen. So leben auch heute nur insgesamt 1.500 Seelen in dem Dörfchen, das original so aussieht, als wäre es einem Westernfilm entsprungen. Zwar ist die aktuell gültige Währung nicht mehr ausschließlich roher Fisch, aber Geldautomaten und Banken gibt es bis heute nicht in Jeri. Man sollte sich also bereits am Airport in Fortaleza mit genügend Reals eindecken, um den Urlaub zu überstehen. Nicht dass man davon viele brauchen würde, denn eine Portion Thunfischsteak mit Beilagen, die hier in Deutschland eine ganze Familie satt machen würde, kostet in Jeri umgerechnet fünf Euro! Kein Grund also zu meckern. Kriminalität ist in Jeri ebenfalls ein Fremdwort. In den letzten zehn Jahren gab es genau ein Verbrechen. Einer Touristin wurde aus dem Appartement ein Fotoapparat geklaut. Da in diesem Dörfchen aber jeder jeden kennt, war der Dieb nach zwei Stunden gefasst. Bei einem Entschuldigungsabendessen lernten sich Täter- und Opferfamilie besser kennen und sind gute Freunde geworden … Auch aus diesem Grund hat es bis vor wenigen Jahren keine Polizei in Jeri gegeben. Mittlerweile haben sich die Gewerbetreibenden des Ortes aber zusammengetan und finanzieren zwei Polizisten, die definitiv den entspanntesten Job auf diesem Planeten haben! Kriminalitätsrate: Null Prozent, Aufklärungsrate 100 Prozent …

Die gesamte Gegend um Jericoacoara wurde vor einigen Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt, weshalb der Bau von neuen Gebäuden und Straßen stark von der Regierung überwacht, wenn nicht sogar verboten wird. Obwohl die Bewohner von Jeri seit knapp acht Jahren sogar Elektrizität haben, gibt es immer noch keine Straßenlaternen und somit wird der Weg von Fortaleza nach Jeri einzig und allein vom Himmel beleuchtet. Einen sensationelleren Sternenhimmel bekommt man heutzutage wohl kaum mehr zu Gesicht. Der weiße Sandstrand gleicht einer Filmkulisse und das Meer glitzert türkis in der Sonne, während sich am rechten Rand die Palmen im aufkommenden Wind biegen. Spätestens jetzt ist man in der absoluten Ruhe angekommen – wäre da nicht der Wind!

{GALERIE} wilwildwest5.jpg An meinem ersten Morgen am Strand angekommen, überkam mich die altbekannte Nervosität: „Schnell aufs Wasser, wer weiß, wie lange der Wind noch anhält!” Als mir dann ein vollkommen entspannter André Paskowski über den Weg lief, dämmerte es mir langsam. Als er mich auch noch mit dem Kommentar „Hey, Digger, ganz ruhig! Ich bin seit sieben Wochen hier und hatte jeden Tag Wind! Da kannst du deine Uhr nach stellen! Um 9:00 Uhr geht’s los, um 17:00 Uhr geht’s runter!” begrüßte, wusste ich: Hier bleibe ich. Am besten für immer.

Die Windbedingungen in Jericoacoara sind wirklich sensationell. So etwas habe ich persönlich noch nicht erlebt. Man kann wirklich jeden Tag aufs Wasser, sind doch immer mindestens vier bis fünf Beaufort. Während unserer Woche bin ich nie größer als 5.4 qm gefahren, was in Relation zu einem Windsurfer mit „normalem” Gewicht bedeutet, dass ein 4.7er die richtige Wahl wäre. Der Wind kommt vom Atlantik und bläst zwischen Juni bis Januar jeden Tag konstant cross bis cross-offshore. Dazu schieben sich ein bis eineinhalb Meter hohe Wellen vom Horizont her an den Sandstrand, sodass selbst ungeübte Wave-Surfer keine Angst haben müssen, von Wellenmonstern gefressen zu werden. Im Gegenteil. Die warmen Wellen sind geradezu Vertrauen erweckend und das Material übersteht jeden Wipe-out ohne Bruch.

Wie bei allen Wave-Revieren ist auch dieser Spot stark von den Gezeiten abhängig. Bei auf- und ablaufendem Wasser hat man am meisten Spaß. Bei totaler Ebbe sollte man 200 Meter Richtung Norden in eine kleine Bucht ausweichen, da dort die Wellen einen Tick höher sind als an der Spitze der Bucht. Beide Spots sind nur einen Steinwurf von der Surfstation „Clube dos Ventos” entfernt. Der Clube wurde 1999 von dem brasilianischen Windsurfer Fabio Nobre gegründet. Damals kutschierte der smarte Surfer, der das Potential des Spots als Allererster erkannte, einzelne Windsurftouristen an den Strand von Jericoacoara, bis er genügend Geld zusammen hatte, um dort seine erste Leihstation zu bauen. Mit seinem Esel namens Robby Naish transportierte er das Material damals noch von seinem Hotel im Dörfchen an den Strand. Mittlerweile ist der Club zu einem ordentlichen Center mit Restaurant, Shop, Internetcafé und Surfschule gewachsen und liegt in der allerbesten Lage direkt an der Poleposition der Bucht, sodass Robby Naish in den Ruhestand geschickt werden konnte. Das Materialangebot bei Fabio ist so groß, dass man keine Angst haben muss, nicht den richtigen Stuff fahren zu können. Nagelneues Starboard, JP- und Neil Pryde-Material stehen den Aktiven zur Verfügung. Während der Pausen kann man sich entspannt in wirklich stylischem Ambiente ausruhen und mittags die Super-Küche am Buffet genießen.

Alle, die nicht auf Wellenexperimente stehen, finden hinter dem Shorebreak eine schöne Freeridepiste. Selbst die blutigsten Anfänger kommen in Jericoacoara auf ihre Kosten, denn keine 30 Minuten entfernt liegt der „Paradise Lake”, ein Süßwasser-See, der sich über neun Meilen erstreckt und für Schotstart, Halse und Wasserstart genügend Übungsfläche bietet. Ein Spot also für die ganze Familie! Trotzdem spielt die Musik am Strand von Jeri. Nicht nur, weil es dort einfach wunderschön ist und das Wasser mit seinen 27 Grad Barfuß- und Boardshortsqualitäten zeigt – es gibt auch überhaupt keine Gefahren im Wasser. Keine Strömungen, keine Riffe, keine Haie; zumindest hat man bisher keine Haie gesichtet. Die einzige Gefahr droht in Jeri im Sand der Straßen. Da ab und zu Schweine durchs Dorf getrieben werden, die schon mal einen Haufen hinterlassen, machen Geschichten über kleine Würmer in Jeri die Runde, die sich in der Fußsohle einnisten, Eier legen und dann die Kontrolle über den gesamten Körper übernehmen. Okay, Letzteres war vielleicht ein wenig übertrieben und persönlich kennen gelernt habe ich auch keinen „Befallenen”, trotzdem kann man diese Gefahr ganz leicht durch das Tragen von Schlappen umgehen!

{GALERIE} wilwildwest6.jpg Zum Glück gibt es in Jericoacoara keine Fünf-Sterne-Bettenbunker wie in vielen anderen Touri-Hochburgen. Wer nach Jeri kommt, lebt einfach, aber gemütlich. Es gibt diverse Übernachtungsmöglichkeiten in kleinen, feinen Bungalows. Für diejenigen, die nur das Beste vom Besten wollen, hat Jeri seit Dezember auch noch etwas parat. Direkt neben der Surfstation von Fabio ist die Anlage Pousada Jeriba. Das Dreamteam war eingeladen, als die allerersten Gäste die Appartements näher zu untersuchen. Trotz kritischer Blicke gab es aber auch gar nichts, was man an ihnen hätte aussetzen können. Superausgestattet mit großzügigen Badezimmern und Schlafräumen haben alle Appartements einen einmaligen Blick von den großen Balkonen auf die Bucht von Jeri. Ein schöner Pool mit angeschlossenem Whirlpool lädt am Ende eines harten Windsurftages zum Entspannen ein. Beim Frühstück sitzt man direkt an der Wasserkante und genießt den einmaligen Blick. Diese Anlage ermöglicht in Verbindung mit dem direkt angrenzenden „Clube dos Ventos” definitiv die schönste Art des Urlaubs in Jeri.

Es steht außer Frage, dass man sich in Brasilien befindet, denn das Nachtleben ist trotz der überschaubaren Stadtgröße einfach super. Die Bewohner haben den Rhythmus im Blut und lassen daher kaum eine Party aus. Es gibt also keine Entschuldigung, sich vom Feiern fernzuhalten. Der Abend beginnt mit einem kühlen Sundowner in den Dünen und dem Blick aufs Meer. Danach geht es weiter in eines der ausgezeichneten Restaurants, von denen es mehr als genug gibt. Ob Sushi oder Pizza, dieser kleine Spot bietet eine erstaunlich kosmopolite Küche. Es ist mehr die Qual der Wahl als das allgemeine Hungergefühl, das nach dem Surfen die Seele plagt. Hat man sich aber für ein Lokal entschieden, kann man sicher sein, dort den besten Service und das leckerste Essen für kleines Geld zu bekommen. Voll gefuttert und angeschäkert kann man anschließend durch die zahlreichen Bars ziehen, um sich dort ganz der einheimischen Kultur hinzugeben und der Völkerverständigung zu frönen. Am besten geht dies mit dem Nationalgetränk Caipirinha oder auch mit Capetas (ein Drink mit Wodka, Guarana, Dosenmilch, Schokolade und Eis). Wer sich am Tag noch nicht beim Windsurfen ausgepowert hat, kann nachts auf den Straßen von Jericoacoara Vollgas geben, um gegen 5:30 Uhr die Sonne vom Strand aus zu begrüßen. Da Jericoacoara am nördlichsten Ende von Ceará liegt, befindet sich sowohl an seiner Ost- als auch an seiner Westseite das Meer. Somit ist Jeri einer der wenigen Spots in Brasilien, an denen man die Sonne sowohl über dem Meer auf- als auch untergehen sehen kann. Ziemlich cool, oder nicht?

Wenn man sich erst einmal an den erschreckenden Gedanken gewöhnt hat, dass man in Jericoacoara in der Tat jeden Tag acht Stunden Windsurfen gehen könnte, kann man an einem Tag auch ruhigen Gewissens etwas anderes in der Gegend unternehmen. Wieder einmal geht es um die Qual der Wahl: Sandboarding, Kitesurfing, Segeln, Paragliding, Reiten, Motorcross-Touren oder … Man sollte nicht meinen, dass überhaupt jemand auf die Idee käme, einen simplen Spaziergang zu unternehmen! Abschreckend oder nicht: Gehen ist die einzige Methode, dahin zu gelangen, wo noch nicht einmal ein 4×4-Jeep hinkommt. So sollte man zum Beispiel unbedingt eine Dünenwanderung unternehmen. Ja – auch wenn ihr jetzt entsetzt den Kopf schüttelt – das ist ein MUSS! Denn hat man nach zwei bis fünf Stunden wandern erst einmal die letzte Düne erklommen, zeigt sich eine Fata Morgana der besonderen Art: Vor einem liegt ein Süßwassersee mit einer Bar! Den Rückweg kann man entweder zu Fuß zurücklegen oder aber man reitet auf einem Esel in die Nacht. Und wenn er nicht gestorben ist, könnte es auch Robby Naish sein.

Irgendwann geht leider auch der schönste Urlaub zu Ende und so mussten wir nach sieben Tagen Jericoacoara leider wieder die Heimreise antreten. Mit 100 Prozent Sonnen- und Windtagen geht dieser Trip für das Dreamteam als einer der besten in die Geschichte ein.

Wir können dir diesen Spot wirklich nur ans Herz legen. Wenn du Interesse an einer Reise bekommen haben solltest, empfehlen wir dir eine Buchung bei der Surf & Action Company. Mit diesen Experten an deiner Seite kannst du dich vom ersten Tag an entspannen und den einmaligen brasilianischen Lifestyle in dich aufsaugen.

Surf & Action Company: www.surf-action.com / info@surf-action.com / +49 (0) 89 / 628167-0

Posted: Juni 19th, 2006 under WINDSURF, REISE, BERICHTE.
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FREE (dom) for Africa!

{GALERIE} freedomafrica1.jpgHand aufs Herz. Es gibt kaum einen Leser des Free-Magazins, der noch nicht in Südafrika war. Zum Kiten, Wellenreiten oder Windsurfen habt ihr dort unten schon seit Jahren die Küsten unsicher gemacht. Ihr kennt jeden Stein am Sunset und in Melkbos, wisst genau, wie der Swell in der Big Bay aussehen muss, damit ihr einen schönen Tag auf dem Wasser habt. Ihr kennt die Ecken, wo man besonders vorsichtig sein muss und sein Auto besser im Blick hat, und seit kurzem kennt ihr sogar die absoluten Secret Spots an der wunderschönen Küste Südafrikas. Ihr wisst abends genau, wo man am besten Essen geht und welcher Parkwächter besonders nett ist. Um es kurz zu machen: Eine weitere Südafrika-Travelstory ringt euch nur ein müdes Lächeln ab!
Das haben wir uns nämlich auch gedacht. Trotzdem waren wir vom Free-Magazin dank des freundlichen Sponsorings der LTU im Februar in Südafrika und ja genau – auch wir haben ausführlich die Wellen gerockt. Und dennoch kommen wir euch dieses Mal nicht mit einer 0815-Homestory – dieses Mal wird das Free-Magazin politisch. Ja, genau. Richtig gehört. Wir trauen unseren Lesern weitaus mehr zu als nur Watersports. Damit {GALERIE} freedomafrica2.jpgihr bei eurem nächsten SA-Urlaub nicht nur über die Breaks einen Plan habt, wollen wir euch heute die Backgrounds Südafrikas und dessen Apartheid-Geschichte näher bringen. Runa Schröder hat uns dafür ihre Ausarbeitung in Ausschnitten zur Verfügung gestellt. Keine Angst, das wird keine „Gähn- wann-ist- das-Referat- denn-endlich- zu-Ende“-Vorstellung: Euch erwartet ein hochspannender Polit-Krimi. Festhalten!
Wer schon einmal in Kapstadt gewesen ist, erinnert sich sicher gut an die ersten Eindrücke auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt. Die primitiven Bretterverschläge zu beiden Seiten der Autobahn sind ein schockierender Anblick für den wohlstandsverwöhnten Deutschen. Kurz darauf führt einem die Innenstadt ein hohes europäisches Niveau vor Augen. Heute ist Südafrika unter seinem Präsidenten Thabo Mbeki das reichste Land auf dem ärmsten Kontinent. Dennoch – kaum ein Land ist so kontrastreich wie dieses: Während nur die Minderheit von dem Wohlstand Südafrikas profitiert, kämpft der Großteil um Nahrung, Wohnungen und Bildung. Obwohl das Land 60 Prozent der Energie des gesamten Kontinents erzeugt, kochen und heizen noch immer mehr als die Hälfte aller südafrikanischen Haushalte mit Holz, Gas und Petroleum. Die Gründung der Demokratie 1994 und die Verabschiedung der neuen Verfassung, in welcher jede Diskriminierung von Menschen, egal welcher rassischen und sozialen Herkunft oder religiösen Gruppierung sie angehören, verboten wurde, brachte den Schwarzen neue Rechte, politische Freiheit sowie Chancen. Trotzdem lebt die Mehrheit immer noch in Armut. Eine der gravierenden Folgen ist die organisierte Kriminalität, die vor allem in den Townships auftritt. Ursachen finden sich zum Teil in der neuen Demokratie, durch die die Zahl der Arbeitslosen drastisch anstiegen ist, vor allem jedoch in der politischen Vergangenheit. Die rassendiskriminierende und menschenverachtende Apartheid-Politik des weißen Regimes verursachte eine starke Benachteiligung sowie Misstrauen der schwarzen gegenüber der weißen Bevölkerung.
{GALERIE} freedomafrica3.jpg Auf Afrikaans heißt Apartheid „Aussonderung“. Dieser Begriff beschreibt die Regierungspolitik vor allem nach 1948, als die Hautfarbe entschied, wo ein Mensch leben, arbeiten und sogar begraben werden durfte. Sex zwischen Menschen unterschiedlicher Rassen wurde mit Gefängnis bestraft. Die Führer und Begründer dieser Politik wurden zum Teil unter den Nazis in Deutschland ausgebildet. Die Apartheid war Ausdruck eines irrationalen Gefühls einer weißen, christlichen Überlegenheit gegenüber den heidnischen Schwarzen. Dieses Gefühl basierte auf einer tatsächlichen technisch zivilisatorischen Überlegenheit und dem Denken der burischen Calvinisten.
Zur Zeit der Gründung der Union 1910 kam das Wort Apartheid in Gebrauch, welches die südafrikanische Labour Party für ihre Wahlerklärung gebrauchte. Die ersten Rassegesetze, die so genannten Passgesetze, führten diese Politik 1911 weiter, indem Schwarze als billige Arbeitskräfte in Bergwerken eingesetzt und durch besondere Personalausweise in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt wurden. Außerdem war ihnen jeglicher Landbesitz untersagt. Mit dem Machtwechsel durch die National Party 1948 erfuhren die Gesetze eine Verschärfung. In den folgenden 30 Jahren verabschiedete die Regierung mehrere Bestimmungen, die das Leben von Schwarzen, Farbigen und Indern von vorne bis hinten regelte. Da gab es das Gesetz über die Registrierung der Bevölkerung von 1950, das festlegte, jeder Südafrikaner müsse seine „Rassenzugehörigkeit” registrieren lassen. Die Menschen wurden nach Begutachtung von Haut, Haar und Fingernägeln in die vier Rassengruppen „White”, „Black”, „Coloured” und „Indian” eingeteilt. Für die eher komplizierte Unterscheidung von Schwarzen und Farbigen setzte sich der „Penciltest” durch, bei dem der Person ein Bleistift in die Haare gesteckt wurde. Fiel der Stift heraus, galt die Person als farbig, blieb er stecken, als schwarz. Neue Gesetze legten fest, dass Wohngebiete in weiß und nicht-weiß getrennt, Mischehen verboten wurden, öffentliche Einrichtungen getrennt und sogar das Erziehungssystem umorganisiert wurde. Das hatte Zwangsumsiedlungen zur Folge, Restaurants, öffentliche Toiletten waren unterteilt, auch Strände, Zugabteile und vieles mehr. Die Gesetze waren vor allem zu Ungunsten der Schwarzen ausgelegt; das Gesetz über die Bantu-Erziehung ist nur ein Beispiel. Der damalige Minister für „Eingeborenenfragen” und spätere Premierminister Verwoerd sagte zur Rechtfertigung dieses Gesetzes: „Was nützt es einem Bantu-Kind, wenn es Mathematik lernt und damit nichts anfangen kann.” Bis heute leidet Südafrika unter der Konsequenz, denn ganze Generationen von Jugendlichen haben nur eine minderwertige schulische Ausbildung durchlaufen.
{GALERIE} freedomafrica4.jpg Am 16. Juni 1976 eskalierte die Apartheid-Politik in Soweto, einem Township in der Nähe von Johannesburg. Dort protestierten schwarze Schüler gegen die Einführung von Afrikaans statt Englisch. Die Polizei schoss auf die Kinder. Den 250 Toten wird noch heute jedes Jahr am „Children’s Day” gedacht, der 16. Juni ist nationaler Feiertag. Die Bilder und Vorfälle von Soweto erregten weltweit Empörung. In Deutschland appellierten viele, keine südafrikanischen Waren zu kaufen, um die Regierung nicht zu unterstützen. Derweilen eskalierte der Widerstand gegen die Apartheid in Südafrika zum offenen Bürgerkrieg. Die Regierung des Apartheid-Regimes versuchte, Menschenrechtskämpfer der schwarzen Widerstandspartei African National Congress (ANC) immer wieder an ihrer Arbeit zu hindern, indem sie diese verbannten. So wurden insbesondere politische Gefangene auf der Gefängnisinsel und heutigen Touristenattraktion „Robben Island” unter katastrophalen Bedingungen inhaftiert und isoliert. Der berühmteste Häftling und Führer des ANC Nelson Mandela verbrachte dort mehr als 27 Jahre bis zu seiner Freilassung, in denen er trotz Isolierung Hoffnungsspender und Vorbild für viele südafrikanische Freiheitskämpfer war.
International wurde Südafrika durch UN-Sanktionen geächtet und isoliert, was im Laufe der Jahrzehnte die Kompromissbereitschaft der weißen Minderheit für allgemeine, demokratische Wahlen begünstigte. Daneben ließ das Erstarken der schwarzen Opposition sowie die zahlreichen Proteste der Schwarzen die Apartheid ab 1974 bröckeln. Gegen Ende des Apartheid-Regimes verhängten viele Länder eine Handelssperre. Aber nicht nur das, auch durften südafrikanische Sportler nicht an internationalen Wettbewerben dieser Länder teilnehmen. Dem Widerstand begegnete die Regierung mit kostenintensiven Notmaßnahmen. 1989 trat Frederik Willem de Klerk die Nachfolge von Pieter Willem Botha als südafrikanischer Staatspräsident an. De Klerk führte Gespräche mit dem ANC-Führer Nelson Mandela, in denen sie eine systematische Demontage vieler Bausteine der Apartheid einleiteten. So kam es 1994 schließlich zu den ersten demokratischen Wahlen, bei denen der ANC mit 62 Prozent der Stimmen siegte. Nelson Mandela wurde der erste schwarze Präsident, der heutige Staatspräsident Thabo Mbeki sein Stellvertreter.
{GALERIE} freedomafrica5.jpg Das Ende der Apartheid bedeutete auch neue Probleme. Die vorausgegangenen Unruhen hatten Südafrika in eine ökonomische Krise gestürzt, der wiederum eine hohe Verschuldung bei der Weltbank folgte. Außerdem war die Beseitigung der Ungleichheiten zwischen den Rassen mit hohen Kosten verbunden, da die Schulen und die Gesundheitsversorgung für die Schwarzen eine Verbesserung, damals und auch noch heute, benötigten. Unterschiedlichste Interessen führten zu verschiedenen Landstreitigkeiten: Schwarze, die während der Apartheid ihr Land aufgeben mussten und gezwungen worden waren, in die Homelands zu ziehen, forderten ihr Land zurück; die dort nun ansässigen Weißen oder Industriebetriebe machten ihre neueren Rechte geltend.
Mit dem Machtwechsel und der Gründung der Demokratie 1994 hat Südafrika gewaltige Fortschritte gemacht: Seit 1995 wächst das Bruttosozialprodukt um durchschnittlich 2,8 Prozent pro Jahr. Die Produktivität wächst doppelt so schnell wie in den USA, die Exporte steigen, die Steuern konnten mehrfach gesenkt werden. Die Ausgaben für Gesundheit, Bildung und Soziales wurden erhöht, der Rand gehört unterdessen zu den härtesten Währungen der Welt und der Staatshaushalt ist beinahe ausgeglichen. Der längste Aufschwung seit 60 Jahren unter dem Ex-Präsidenten Nelson Mandela und ab 1999 unter seinem Nachfolger Thabo Mbeki macht Südafrika zum erfolgreichsten Schwellenland, das alles hat, was zu einer modernen Demokratie gehört: Rechtsstaatlichkeit, unabhängige Gerichte, Pluralismus, freie Presse und eine lebhafte Zivilgesellschaft. Dennoch beträgt die Arbeitslosenrate 41,8 Prozent, die Armut wächst und die Kriminalität, welche vor allem in den Townships entsteht, explodiert. Der radikale Umbruch durch die demokratische Wende hat die Kriminalität aufblühen lassen. Der Staat steht noch auf schwachen Beinen, seine Institutionen sind durch den schnellen Wandel überfordert. Daneben machen sich die Auswirkungen der Apartheid immer noch stark bemerkbar.
Die Mehrheit der 45 Millionen Südafrikaner wartet noch immer auf ein besseres Leben, haust in Townships, in die sie das weiße Regime deportierte, ist schlecht ausgebildet, geplagt von Armut, Gewalt und Krankheit. Jeder Fünfte ist in Südafrika mit HIV infiziert. Vor allem Bildungsdefizite führen zu einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus. Mangelnde Aufklärung nährt zum Beispiel den Einfluss von Medizinmännern, nach denen Sex mit einer Jungfrau den Aids-Infizierten heilt. In Folge dessen sind zahlreiche kleine Mädchen vergewaltigt worden – auch heute noch! Mittlerweile beeinträchtigt die Krankheit das Wirtschaftswachstum Südafrikas: Qualifizierte Arbeitskräfte sterben weg und das Versäumen von Arbeitstagen durch Begräbnisse wird mittlerweile oft vertraglich eingeschränkt – es dürfen nur noch Bestattungen enger Verwandter besucht werden. Vor allem in den Townships ist die Verbreitung von HIV sehr hoch. Von klein auf werden die schwarzen und farbigen Bewohner mit dem Tod durch die Krankheit oder Gewalt konfrontiert.
In den gewalttätigsten Townships hat die Polizei keine Kontrolle mehr. Dies ist kaum verwunderlich, schätzen die Kriminalstatistiker die Gesamtzahl der Gangster allein vor Kapstadt auf 114.000 bis 117.000. In den Streitkräften des gesamten Landes dagegen dienen lediglich 70.000 Mann plus 110.000 Polizeibeamte. Die Gewalt ist vor allem nach der Wende aufgeblüht, da nun keine Freiheitseinschränkungen mehr bestehen. Drogenhandel, Überfälle und Einbrüche bestimmen die „Arbeit” der Banden in den Städten. Viele Kinder in den Townships streben eine Gangzugehörigkeit an, da sie oft als einzige Perspektive wahrgenommen wird und man in der Regel alleine keine Chance im Ghetto hat. Die Gesetze werden von den revierzugehörigen Gangs aufgestellt, innerhalb derer man einen Aufstieg machen kann, zum Beispiel durch den „First kill” oder eine Vergewaltigung, wobei eine weiße Studentin die meisten Punkte bringt. Andererseits sind die Gangs die stärksten ökonomischen Kräfte in den Townships. Sie erfüllen sogar Wohlfahrtsfunktionen, wo der Staat versagt. Sie spenden Begräbnisse, Taxifahrten zum Hospital oder sponsern Fußballturniere. Außerdem sind sie der größte Arbeitgeber in den Townships. Die Gangmitglieder haben kein Vertrauen in die Regierung. Schulische Fortbildung bietet ihnen weniger Berufsperspektiven als die Ausbildung zum Kriminellen. Während die weiße Bevölkerung Gewalt fürchtet, sind die Kinder in den Townships von Geburt an mit den Gangs konfrontiert und vertraut. Es ist keine große Hürde, einen Mord zu begehen, der oftmals schon zum Alltag gehört. Zwischen der schwarzen und weißen Bevölkerung sinkt in Folge dessen das Vertrauen weiter. Das organisierte Verbrechen ist das Modell einer Gesellschaft, die sich selbst zerstört – wie damals von der Apartheid geplant. Das Apartheid-Regime legte die Grundlage für den Glauben an eine rassistische, weiße Bevölkerung. Umgekehrt werden die schwarzen und farbigen Menschen, vor allem jene in den Townships, als gewalttätige Kriminelle verurteilt, die man im Dunkeln meiden sollte.
Um die Kriminalität zu senken, müssen vor allem Perspektiven durch Bildung und Arbeit geschaffen werden. Die Regierung bewegt sich in die richtige Richtung: Stipendien werden gestellt und jedes Kind hat das Recht auf eine kostenlose Grundbildung. Betriebe müssen prozentual entsprechend der Bevölkerungszahl Schwarze und Coloureds einstellen. Jeder Schwarze bekommt in Südafrika bevorzugt einen Job – auch jene, die aus dem Ausland kommen. Das macht die Bedingungen für alle auf dem Arbeitsmarkt schwieriger. Die weiße Bevölkerung hat unterdessen Schwierigkeiten, das „Black Empowerment“ zu akzeptieren. Sie fürchten um ihre Lebensgrundlage, obwohl sie noch immer von den Vorteilen des Apartheid-Regimes profitieren. Wer eine Weile in Kapstadt gelebt hat, weiß, dass sich jeder benachteiligt fühlen kann; unvoreingenommenes Zusammenleben wird aufgrund der Kriminalität und der Arbeitssituation zum Drahtseilakt.
Südafrika muss nach der politischen Apartheid die ökonomischen Probleme überwinden, nur dann haben das Land und seine Menschen eine Zukunft. Ein wirtschaftlicher Aufschwung ist wichtig, aber noch wichtiger die Schaffung einer Gerechtigkeit, um die Versöhnung der Bevölkerung zu erreichen und Südafrika zu einem Staat mit einer einheitlichen Identität zu machen.

Posted: Juni 19th, 2006 under WINDSURF, KITE, REISE, BERICHTE.
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WM bei Windstärke Acht

In ein paar Wochen steht die Fußball-WM im eigenen Land an. Wochenlang werden in Millionen von Haushalten die Fernseher nonstop laufen und ganze Rudel von Männern in aufgeräumte Wohnzimmer einfallen. Wie Heuschreckenschwärme werden sie ein Feld der Verwüstung aus leeren Chipstüten, Bierflaschen und Kronkorken hinterlassen, um dann ihren Siegesrausch in voller Montur im Schlafzimmer auszuschlafen, unterbrochen von einer unerträglichen Schnarch-Orgie oder schlimmer – dem dringenden Bedürfnis, den Mageninhalt auf dem Weg zum Klo auf dem Teppich zu entleeren. Tag und Nacht werden in Deutschlands Straßen grölende Fans patrouillieren und sämtliche Parkeinrichtungen mit Grills und Großleinwänden in Beschlag nehmen.
Ich sage ja gar nicht, dass ich nicht auch Bock auf WM-Partys und -Grillabende im Park habe. Meinetwegen kann dabei auch Fußball auf einer Leinwand mitlaufen. Aber ich weigere mich, an dem WM-Hype zu partizipieren, der einem, egal, wo man zurzeit geht und steht, ungefragt aufgedrückt wird. Das ganze Land scheint von einer riesigen fußballförmigen Trockenhaube durchgepustet worden zu sein. Und damit meine ich nicht nur die großen Unternehmen wie Shell und McDonald’s, die ihren Kunden in einer Tour ein WM-Karten-Gewinnspiel unterjubeln wollen oder den original FIFA WM-Ball als Minimodell zum Burger mitliefern. Auch unsere Freunde von der Telekom spielen mit und verschenken bei Abschluss eines Vertrages ein waschechtes WM-Trikot, um dann mit allen Trikot-Trägern Deutschlands größtes WM-Team zu bilden. Was für eine bescheuerte Idee, aber nicht so erschreckend wie folgende News: Ab dem Sommer sollen sämtliche Süßwaren teurer werden, da man mit einer erhöhten Nachfrage rechnet. Aldi hat angeblich schon jetzt die Preise angezogen. Da frage ich mich: Hat da überhaupt jemand mitgedacht? Diese wirtschaftliche Maßnahme trifft doch nun wirklich die Falschen. Als ob Männer so viele Süßigkeiten essen würden. Die Preiserhöhung hätte man lieber zur vierten Staffel von „Sex and the City“ machen sollen, aber gut – mich hat ja keiner gefragt. Trotzdem, liebe Freunde des runden Leders, wie viel WM-Hype braucht das Land? Wie viele Emotionen braucht ein Mann? Ich stelle mir in letzter Zeit gerne mein Lieblingsszenario vor: Schleswig-Holstein im Sommer, aus Nordost weht ein stürmischer Wind mit acht Beaufort und Deutschland ist im Endspiel … Das wird der Tag sein, an dem ich Alexander zum ersten Mal weinen sehe. Spiel oder Surfen? Soviel also zum Thema Emotionen. Interessant ist allerdings die Tatsache, dass sich alle Männer um mich herum in den letzten Wochen mit einem WM-Trikot ausgestattet haben und dafür sogar richtig viel Geld hingelegt haben. Selbst diejenigen, denen Mode und so ein Tüdelüd ansonsten völlig schnuppe ist, stehen jetzt stolz wie Oskar vor dem Spiegel und streichen sich über der Winterwampe die letzte Falte aus ihrem WM-Trikot. Bereit zum Anschuss. Endlich im Team. Da muss man sich allerdings fragen, ob man mit der Auswahl des WM-Trikots nicht grundsätzlich daneben gegriffen hat. Soweit ich das verstanden habe, soll so ein Trikot doch auch ein bisschen das Land repräsentieren. Nationalgefühl. Authentizität. Du bist Deutschland und so … Warum hat der Deutsche Fußballbund überhaupt auf Adidas als Ausstatter zurückgegriffen? Hat denn niemand bei Schiesser nachgefragt? Ehrlich gesagt sehe ich die Hälfte der deutschen Fußballzuschauer eher im weißen Schiesser-Feinrippunterhemd ohne Ärmel Party machend vor der Glotze als im Climacool-Schickimicki-Polyester-Trikot. Stellt euch das doch mal vor: Die deutsche Mannschaft kommt ins Stadion gelaufen. Alle im Schiesser-Feinripphemd. Auf den Lippen ein zaghaftes „Einigkeit und Recht und Freiheit”. Was für ein Bild. Was für eine WM! Das wäre für mich einen Hype wert.
Kickit – Dörte

Posted: Juni 19th, 2006 under BERICHTE.
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Interview mit Jérémie Eloy

{GALERIE} eloy1.jpgFM: Jérémie, ich dachte, ich würde dich auf Hawaii anrufen, dabei bist du auf Tahiti! Auch nicht schlecht, so ein Leben als Kitesurf Pro!
JE: (lacht nur)
FM: Okay, danke für das ausführliche Interview … Bis bald!
JE: (immer noch am Lachen) Okay, jetzt seriös …
FM: Warum freust du dich so?
JE: Das Leben als Pro ist einfach ein Traum. Im Winter trainiere ich auf Hawaii, die Bedingungen sind einfach perfekt: Es gibt Wellen, Wind und jeden Tag etwas Neues zu entdecken. 2002 bin ich das erste Mal für drei Monate nach Oahu (Hawaii) gekommen, um mit Jaime zu trainieren. Am Ende der Reise flog ich noch weiter nach Maui, um dort mit Charles für das North-Video zu drehen. Dort gefiel es mir dermaßen gut, dass ich nur einen Monat nach meiner Abreise zurückkehrte. Die Insel ist einfach unglaublich schön: die Landschaft, die Leute, die Wellen, das Licht und viel Platz auf dem Wasser! Für mich ist Maui so etwas wie mein zweites Zuhause. Aber dieses Jahr ist der Wind etwas komisch, also bin ich weiter nach Tahiti. Zurzeit ist es hier besser und außerdem wohnt hier auch meine Freundin.
FM: Lebt deine Freundin das ganze Jahr über auf Tahiti?
JE: Ja, sie moderiert hier eine Reisesendung, sie heißt Maliko.
FM: Aber wie immer gibt es auch eine Kehrseite der Medaille, oder?
JE: Um meinen Traum zu leben, bin ich sehr selten zu Hause. Es ist hart, meine Freunde so wenig zu sehen. Insbesondere stört mich auch, dass ich so wenig Zeit mit meiner Familie verbringen kann, mit meinen Eltern, meiner Schwester, meinem Bruder und natürlich meiner Freundin.
{GALERIE} eloy2.jpg FM: Du bist mit „lebenden Legenden“ zusammen im Oxbow-Team und dein Name steht auf der gleichen Gehaltsliste wie zum Beispiel der von Laird Hamilton!
JE: (keine Reaktion)
FM: Okay, ich wechsle das Thema …
JE: Es ist wirklich wie ein Traum, in diesem Team zu sein. Ich hatte die Chance, mit fünf Teamkollegen bei einem Boots-Trip nach Tuamotus (Französisch-Polynesien) dabei zu sein. Das war der Wahnsinn! Das Ambiente war genial, der Film lief sogar im französischen Fernsehen.
FM: Du bist gerade auf dem Weg nach Japan – in die Heimat des Sushis, ein Land mit einer langen, verwurzelten Tradition, das Zentrum der elektronischen Geräte, eine zweigeteilte Kultur. Es ist für dich das erste Mal und damit etwas ganz Besonderes, oder?
JE: Meine Freundin ist Halbjapanerin und seit einem halben Jahr lerne ich Japanisch. Das Land hat mich immer angezogen, japanisches Essen steht regelmäßig auf meinem Speiseplan. Ich bin insbesondere gespannt auf die Kultur, die mich wirklich fasziniert. Sie ist so anders als unsere und lebt von dem Widerspruch zwischen Hightech und Tradition. Nur meine Freundin ist nicht so glücklich darüber … (lacht)
FM: Wieso, ist sie eifersüchtig?
JE: Na ja, ich hatte ihr versprochen, dass ich zusammen mit ihr das erste Mal nach Japan reise.
{GALERIE} eloy3.jpg FM: Unserer Meinung nach verhalten sich Japaner ja deutlich anders als Europäer. Bist du darauf vorbereitet?
JE: Ich habe viele japanische Freunde, die mich etwas gebrieft haben. Und meine Freundin hat ihre ganze Kindheit in Tokio verbracht. Das alles macht mich total neugierig. Ich habe mir sogar eine CD gekauft, Japanisch im Crash-Kurs, die ich immer, wenn ich unterwegs bin, mit meinem iPod abspiele. Was mir an der japanischen Kultur auch so gefällt, ist der Respekt, den die Menschen gegenüber der Natur haben.
FM: Die Idioten töten Delfine, Wale und Robben. Das nenne ich nicht unbedingt Respekt gegenüber der Natur.
JE: Ja, das ist schlimm. Auf Hawaii habe ich mich zum ersten Mal richtig damit beschäftigt, als ich eine Walschutzorganisation besuchte. Ich habe eine Petition unterschrieben, die sich gegen die Massaker der Japaner an Walen richtet. Sie sagen, es sei zu Forschungszwecken … Jedes Jahr, wenn ich auf Hawaii kite, sehe ich auch Wale, teilweise nur wenige Meter neben mir. Ich kann wirklich nicht verstehen, wie man diese Tiere töten kann.
{GALERIE} eloy4.jpg FM: Jetzt, wo du die Welt gesehen und eine tahitianisch-japanische Freundin hast und eigentlich in Dunkerque (Dünkirchen) in Frankreich lebst – wo wirst du dich einmal niederlassen? Wo findest du es am schönsten?
JE: Ich weiß es wirklich nicht. Vielleicht Hawaii, Tahiti, Frankreich oder bei dir und deinen Hunden in Kiel. Wieso auch nicht? Ihr habt doch auch Wasser vor der Tür.
FM: Bist du müde? (Es ist zwei Uhr nachts bei Jérémie.)
JE: Nein, wieso?
FM: Ich hatte das Gefühl, deine Sinne wären benebelt. Kiel ist keine Option, wenn man zwischen deinen Locations wählen kann. Mir scheint immer wieder, dass du – fast wie die Japaner – zwischen zwei Aspekten hin und her gerissen bist. Auf der einen Seite gehst du viel Freeriden, machst Trips mit deinen Freunden, gehst in den Wellen kiten und lernst Land und Leute kennen. Auf der anderen Seite steht der Wettkampf, die Herausforderung, der Ehrgeiz, der Sieg.
JE: Diesbezüglich bin ich wirklich etwas japanisch. Die Wellen sind für mich der schönste Spielplatz. Jedes Mal ist es anders, größer, heftiger, magischer, runder. Für eine gute Welle bin ich bereit, in zwölf Flieger zu steigen. In den Wellen langweile ich mich nie. Die Herausforderung ist wichtig und das Lächeln in meinem Gesicht am Ende des Tages ist groß. Auf Maui trainiere ich viel Freestyle. Das ist auf Dauer echt mühsam! Ich schlage wie ein Irrer ins Wasser ein, versuche den Trick wieder, schlage wieder ein – bis ich ihn stehe. Am Ende gibt es als Belohnung ein paar Wellen. Beim Kiten wird es nie langweilig. Mir macht es aber zum Glück auch wirklich Spaß, an einem Move zu arbeiten, bis ich ihn stehe. Im Wettkampf wird die Arbeit belohnt. Du zeigst in einem Heat, was du den ganzen Winter über gelernt hast. Wettkämpfe sind Adrenalin und eine Belohnung für alle Mühen, die du im Training hattest.
FM: Fliegst du eigentlich schon Bow-Kites?
JE: Ich habe eine Menge Bows ausprobiert und kann sagen: Ich mag sie wirklich nicht. Das ist meine ganz persönliche Meinung. Egal, ob in Wellen oder beim Freestyle: Ich liebe meinen Vegas! Klar, dass ich das jetzt sage als NKB-Teamfahrer, aber ich rate jedem, selbst den Test zu machen!
FM: Es gibt ja mit den Weltmeisterschaften KPTW und PKRA zwei unterschiedliche Formate. Wo findet man dich?
JE: Für mich ist die PKRA die wahre Weltmeisterschaft. Alle Nationen sind hier vertreten und das Niveau ist sehr hoch. Neue Moves, Vorbilder und die Entwicklung des Materials – das kommt meiner Meinung nach alles aus der PKRA. Leider ist die Tour in den Medien kaum vertreten. Richtig Spaß macht es in Österreich und auf Fuerteventura, da ist die Stimmung super, gute Partys und viele Zuschauer am Strand.
FM: Was kommt danach? Wenn du genug vom Reisen und Kiten hast?
JE: Mit dieser Frage werde ich sehr oft konfrontiert! Ich habe eine Wirtschaftsschule abgeschlossen und wirklich viele Ideen, was ich machen könnte. Aber ich werde vom Kiten nie genug haben! Die Trips, das Leben, ich mache jeden Tag Yoga, lerne Japanisch, lese viel. Ich weiß, dass ich viel Glück habe. Ich komme aus Lille, ich kenne die endlosen Wochenenden ohne Wind, das Kiten im Neo. Auf meinen Reisen habe ich viele Leute kennen gelernt, die alles hingeschmissen haben, um ihren Traum zu leben. Wenn ich mit ihnen spreche, sagen mir alle das Gleiche: Das Leben sei zu kurz, um es nicht in vollen Zügen zu genießen. Dass ich in letzter Zeit Freunde verloren habe, macht das nur noch deutlicher. Sorgt dafür, dass eure Träume euer Leben verschlingen und nicht umgekehrt!

Posted: Juni 19th, 2006 under KITE, BERICHTE.
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Zehn Jahre oase.com

{GALERIE} oase1.jpgSeit März 1996 gibt es die Domain oase.com. Sie wurde von Johannes Marczinski neben seiner Internettätigkeit als kleines Hobby-Projekt zum Thema Windsurfen gestartet. Zielsetzung war und ist es, Surfern nützliche Dienste zu bieten. Mehr als eine Million Seitenabrufe im Monat (wie zum Beispiel im März 2006) und mehr als 5.000 registrierte User zeigen, dass oase.com seinen Platz bei den Surfern gefunden hat.
Der Initiator Johannes ist Diplom-Physiker, Baujahr 1968 und seit 1979 am Windsurfen. 1999 kam Kitesurfen dazu, von dem er nach wie vor fasziniert ist.
Die ersten Versionen von oase.com waren überwiegend Linksammlungen zu verschiedenen Themen rund ums Surfen. Zum Beispiel fand die Zusammenstellung von Wind- und Stationsmeldungen ersten Zulauf – naturgemäß ein wichtiges Thema für Surfer. Neben dem zentralen Linkverzeichnis entwickelten sich der Kleinanzeigenmarkt und das Diskussionsforum.
Ende 1999 kam Kitesurfen als Rubrik hinzu. Bei diesem Sport war es faszinierend zu sehen, wie stark die Entwicklung durch das Internet geprägt wurde. Es gab offline kaum Informationen (keine Bücher, Mags usw.) und es wurden rege alle Neuigkeiten und Tipps über das Internet ausgetauscht. So entwickelte sich das Forum von oase.com auch zu einer zentralen Anlaufstelle rund um das Thema Kitesurfen.
Mittlerweile hat sich oase.com bei vielen Kite- und Windsurfern etabliert. Der Kleinanzeigenmarkt und das Diskussionsforum geben richtig Gas und sind nach wie vor am Wachsen. Johannes arbeitet weiter daran, oase.com zu verbessern und auszubauen. Genug zu tun für die nächsten zehn Jahre gibt es allemal.
Wer die Entwicklung von oase.com mal von seinen Anfängen bis heute nachvollziehen möchte, kann das mit der Wayback Machine bei archive.org machen. Dort oase.com eingegeben und man sieht fast alle Stationen der Internetplattform.
http://web.archive.org/web/*/http://www.oase.com

Posted: Juni 19th, 2006 under WINDSURF, KITE, SURF, BERICHTE.
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Brain Freeze - und wir haben nichts dazu gelernt

{GALERIE} brainfreeze1.jpgIch glaub, ich habe ein Dejvu. Es ist keine zwölf Monate her, da bekam ich von Alexander einen Haufen Bilder auf den Schreibtisch von ein paar Wahnsinnigen, die bei Null Grad vor Heiligenhafen beim Windsurfen einen Shove-it nach dem anderen aufs Wasser zauberten, vor Schilksee bei Kiel im Schneesturm wellenreiten waren oder auf dem zugefrorenem Silvaplana-See kiteten. Die dazugehörende Story gab es natürlich im Free-Magazin zu lesen.

Heute, fünf Ausgaben später, bekomme ich eine E-Mail von Alexander mit dem Wortlaut: „Schreib doch mal einen Text übers Wellenreiten in Dänemark an Silvester bei Eis und Schnee. Bis mittags.“ Okay, der Termindruck ist neu (…), aber ansonsten möchte ich euch an dieser Stelle auffordern, die verstaubten Free-Magazine aus dem Schrank zu holen (Wie – ihr sammelt die alten Mags nicht?) und in Ausgabe 19 auf Seite 60 zu gucken. Damals habe ich euch doch bereits die allerbesten Tipps gegeben, warum Wellenreiten bei Minusgraden so unklug ist. Ich zitiere: „Neben der generellen Unterkühlung kann es auch zu Erfrierungen von bestimmten Körperteilen kommen.“ Ich erinnere mich sogar daran, dass Alex mir damals sagte: „Dörte, findest du das nicht ein bisschen fies? Wir reden hier vom lustigen Wellenreiten und du sprichst gleich von Gefriertod?“ So war es und nicht anders! Also liebe Kinder – habt ihr denn nach unserem Artikel vom Vorjahr immer noch nichts gelernt? Als wir dieses Jahr die Bilder von Barne bekamen, mussten wir dies zumindest annehmen. Genauso kalt, genauso ungemütlich.

{GALERIE} brainfreeze2.jpgDemnach starte ich in diesem Jahr – es ist ja noch so jung – einen erneuten Appell an die Surf-Welt: Liebe Surfergemeinde. Ich weiß, ihr seid alle heiß aufs Wellenreiten und Portugal ist weit weg und der Sommer noch viel viel weiter. Dennoch – wenn ich mir die Fotos so anschaue, dann sehe ich Schnee und Eis auf euren Autodächern! Verdammt noch mal – das sieht wirklich schweinemäßig kalt aus! Gut, vielleicht mögen die Wellen „einzigartig“, „phänomenal“ und „sensationell“ gewesen sein, aber ihr verrückten Bengels denkt an eure Mütter, Frauen und Kinder! Wellenreiten bei Eis lässt nicht nur den Schniepel schrumpfen, sondern auch das Gehirn erfrieren! Ah – vielleicht liegt es daran. Nach einmal jährlich „brain freeze“-Surfen vergesst ihr einfach, wie kalt das Wasser ist und zack – fallt ihr im nächsten Jahr erneut in die „eiskalte Venusfalle“ der Surfer.

Vielleicht, und das sage ich an dieser Stelle nur ganz ganz leise und am äußersten Rande, vielleicht bin ich auch einfach zu schwach für so eine bekloppte Winteraction (habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich morgen nach Südafrika fliege?). Wie heißt es noch bei unseren Freunden aus dem Fischerdorf: „Sind sie zu stark, bist du zu schwach!“ In diesem Sinne, Jungs: frohes Auftauen, warme Gedanken und einen heißen Grogg! Ich bin gespannt auf weitere Eisarsch-Surfbilder.

Posted: Juni 19th, 2006 under SURF, BERICHTE.
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Skurftime!

{GALERIE} skurf1.jpgEs ist ein lauwarmer Sommermorgen an einem Freitag im August. Ich sitze beim Frühstück und balanciere meinen Teller auf den Knien, während ich bei Windfinder die Webcams checke. Das gehört wie die morgendliche Dusche zum Pflichtprogramm. Und tatsächlich: Dieser so harmlos begonnene Morgen verheißt einiges! Das Wasser des Mühlenberger Lochs (ein kleines Fleckchen Natur neben dem riesigen Airbuswerk an der Elbe – ein optimaler und ungestörter Spot zum Skurfen oder zum Windsurfen) ist spiegelglatt, kein Lüftchen weht und die aufgehende Sonne wirft einen rötlichen Schimmer über die Wasseroberfläche. Es ist wirklich wunderschön und der Tag scheint wie gemacht für eine Skurf-Session.
Ich ziehe vorsorglich schon mal meine Boardshorts in die Schule an und verbreite in der ersten großen Pause unter meinen Freunden die frohe Kunde des Wettergottes. Eigentlich stehen heute sechs Stunden in der Schule an, aber so wie es aussieht, wird das wohl kaum eingehalten werden können. Die „Mill Mountain Hole Crew“ (zu Deutsch: die Jungs vom Mühlenberger Loch), bestehend aus Jakob, Felix, Hendrik, Stephan und Tobias, macht sich also schon in der Schule erste Gedanken, wie der Tag ablaufen wird. Aufpassen im Unterricht wird da zur Nebensache.

Unser Plan: Wir besorgen einen Einmal-Grill von „Toom“ und etwas zu trinken und zu essen. Nun fehlen nur noch die Surfbretter, die erst einmal durch das ganze „Treppenviertel“ von Blankenese (wirklich sehr viele Treppen und steile Straßen) bis hinunter zum Bullen an die Elbe (Fähranleger in Blankenese) gebracht werden müssen. Und das alles auf dem Fahrrad wohlgemerkt!
{GALERIE} skurf2.jpg Nach der vierten Stunde mogeln sich die meisten von uns aus der Schule und schwingen sich auf ihre Räder. Auf dem Weg zum Bullen werden letzte Verabredungen getroffen und der Schlüssel für das kleine, aber feine Motorboot wird organisiert. Das Boot hat 25 Pfs und wird von uns liebevoll „Big Family“ genannt. Nach und nach treffen die Einkäufe am Bullen ein, doch die Bretter fehlen immer noch. Wo bleiben die nur? Es ist kein einfaches Unterfangen, mit einem Surfbrett unter dem Arm und somit mit nur einer Hand am Lenker von Blankenese, genauer gesagt vom Kiekeberg, bis an die Elbe zu fahren. Eine lebensmüde Aktion. Doch nach einigen Minuten sind die Jungs mit den Brettern von weitem zu sehen und der Spaß kann losgehen. Rucksäcke und Proviant werden im Boot verstaut und die „Big Family“ legt ab.
{GALERIE} skurf3.jpg Alle sind freudiger Erwartung und können es kaum abwarten, nach einer stressigen Schulwoche das Wochenende so gediegen einzuläuten. Der Weg über die Elbe erscheint deutlich zu lang und mit vier Leuten auf dem Boot hält sich auch die Geschwindigkeit in Grenzen. Auf der anderen Seite der Elbe liegen Schweinesand (eine kleine Insel in der Elbe mit wunderbar weißem Sandstrand) und das Mühlenberger Loch. Das Wasser ist immer noch spiegelglatt. Das „Sching-Schang-Schong-Verfahren“ lost den glücklichen Ersten aus. Das Wasser der Elbe ist noch angenehm warm und die Sonne strahlt an diesem Tag wie bekloppt. Mit ausgesprochen guter Laune und einem breiten Lächeln auf dem Gesicht erhebt sich der Erste aus dem Wasser. Das Aufstehen ist der schwierigste Part an der ganzen Geschichte, denn man muss aus der liegenden Position erst auf die Knie und dann, mit einer Hand auf dem Brett (als Stabilisierung) und der anderen am Handle, aufstehen. Es lassen sich so einige schöne Manöver hinter dem Boot fahren und es bringt einfach unglaublich viel Spaß. Wer seine ihm zustehende Fahrzeit überzieht, wird durch eine scharfe Kurve des Bootführenden vom Surfbrett katapultiert. Skurfen macht süchtig.
Nach dieser gelungenen Session machen wir noch einen Zwischenstopp auf Schweinesand. Bei einem herrlichen Sonnenuntergang werfen wir die Steaks auf den Grill und trinken das erste wohlverdiente Wochendbierchen. Dabei zeigt sich wieder einmal, was für eine gute Investition so ein Einmal-Grill ist. Todmüde, aber mit einem fetten Grinsen im Gesicht geht es zurück zum Bullen. Wir laden die Sachen aus dem Boot aus, doch die unangenehmste Sache steht uns noch bevor: Wir müssen die Surfbretter wieder mit dem Fahrrad den Berg hinaufbringen! Mit dem letzten Tageslicht im Rücken kommen wir unbeschadet am Kiekeberg an und werden mit einer lecker duftenden Mahlzeit von Astrid empfangen. Die zweite innerhalb der letzten zwei Stunden. Was für ein Tag!
Die „Mill Mountain Hole Crew“ bedankt sich beim Free-Magazin für alles!!!

Posted: Juni 19th, 2006 under BERICHTE.
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